Max Wainwright & Mike Hanson:
Spielend programmieren lernen

Aus dem Amerikanischen von Ursula Klocker
Ravensburg: Ravensburger 2016

www.ravensburger.de

ISBN 978-3-473-55436-2
128 S * 14,99 € * ab 08 J

 

 

 

 

Ein hervorragendes Buch für Lehrkräfte, die Informatik in der Grundschule unterrichten. Dabei sparen sie auch noch einen großen Zeitaufwand an Planungszeit für den Unterricht. Allerdings müssen sie sich über das Hinwegsetzen, was ziemlich sicher auch den Verkaufserfolg verhindert: die Illustration / das Design. SEHR SCHADE!

Falscher Adressat

Es gibt einige Kleinigkeiten zu bemängeln, die vielleicht an der Übersetzung / Umarbeitung der Illustrationen liegen mögen. Schwamm drüber. Wenn ein Lehrer (...*in) sich entschließen sollte und die Möglichkeit dazu erhält, Informatik im Grundschulbereich oder auch für die Schulklassen 5 bis 8 zu unterrichten, so hat er hier einen Fundus an methodisch hervorragend aufgebauten Wegen, die er mit seinen Schülern genau so unterrichten kann.
Es beginnt mit zunächst sehr einfachen Anweisungen aus dem Lebensraum der Kinder und geht fast automatisch über in das Programmieren einer einfachen ‚Sprache‘, die sich jeder Schüler aus dem Netz kostenfrei auf (s)einen Computer laden kann. Die Folge geht zur Programmierung von (sehr) einfachen zu etwas komplizierteren geometrischen Figuren.

In der nächsten Programmiersprache wird mit Bausteinen gearbeitet, die Schleifen erlauben und u. a. mit einfachen Befehlen kompliziert aussehende Grafiken erzeugen (Eltern / Großeltern können sich vielleicht an die Mal-Schablonen „Spirograph“ erinnern). Statischen Grafiken folgen Bewegungen, Töne und Musik, Erstellen von Spielen, die Mitschüler erproben können. - Im Kapitel 4 werden html-Seiten erstellt und Javascript erprobt.

 

Man sieht, dass die Vorstellung der Programmierung fast im Heute endet. Die Aufgaben innerhalb der Kapitel haben am Ende jeweils Lösungsseiten. Falls Eltern(teile) etwas mehr wissen wollen, als ihre Kinder, also nicht nur ‚Nutzer‘ sein wollen, sondern ‚Versteher‘ oder sogar ‚Entwickler‘, so ist auch ihnen dies Buch sehr anzuempfehlen. Kindern dieses Buch zu kaufen und ihnen hinzulegen („... mach doch mal!“) – das wird allerdings schnell zum Misserfolg führen. Ein Buch also für Erwachsene, die mit Kindern gemeinsam lernen, das Internet verstehen wollen, das ist genau die Zielgruppe.

Dem widerspricht leider die Aufmachung.

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en