William Shakespeare & Lisbeth Zwerger:
Romeo & Julia

Aus dem Englischen von Lisbeth Zwerger
Bargteheide: Minedition 2016

www.minedition.com

ISBN 978-3-86566-309-2
44 S * 19,95 € * ab 08 J

 

 

 

 

Auf nur 19 Seiten und in zwölf ganzseitigen traumhaften Bildern erzählt Lisbeth Zwerger die Entwicklung einer, d e r großen, kurzen Liebe und ihrem schrecklichen Ende.

Es war doch die Lerche

Lisbeth Zwerger stellt ihrem (epischen) Text einen gereimten Prolog und mehrfach kurze Passagen aus Shakespeares Drama voran. Dann erzählt sie von den beiden verfeindeten Familien in Verona, den Capulets und den Montagues, wie sich der 16-jährige Romeo in die gerade 14-jährige Julia verliebt – und umgekehrt genauso. Bereits am ersten Abend küssen sie sich, werden am nächsten Tag heimlich von Pfarrer Lorenzo getraut. Bald wollen sie die Vermählung veröffentlichen. Aber Hass und eine Verkettung unglücklicher Umstände verhindern ein gutes Ende der Geschichte.

Die Autorin hat zwölf sehr traumhafte ganzseitige Aquarelle gezeichnet. Sie lässt große Flächen leer, lässt die Menschen eher durch ihre Haltungen sprechen als durch ausgefeiltes Mienenspiel. Unglaublich, wie Julia und Romeo auf der großen weißen Fläche des übergroßen Bettes aufeinander zufließen, zustreben, vollkommen versunken in der Konzentration des jeweils anderen Gesichts, zärtlich umfasst, eher umhaucht als berührt.

 

Fast nebenbei beginnt Zwerger die Geschichte bereits auf dem Vorsatz mit vier Bildern: Zwei Rosen, eine weiß, die andere lachsfarben, mit wenigen Blättern und kurzen Stielen, berühren sich, bewegen sich wie im Wind, dann im Sturm, ein Blatt weht fast vertrocknet fort, die Blütenblätter sind in Unordnung. Später wird sie das Thema auch im Text vergrößert weiterführen. Auf dem Nachsatz sind noch einmal die vier Rosenpaare abgebildet, das letzte mit den Stielen nach oben und den Blättern nach unten. Diese beiden Rosen leben nicht mehr.

Nach dem bekannten schrecklichen Ende der Geschichte gibt sie ihm eine neue Chance. Vielleicht hat Bruder Markus ja doch Mantua erreicht, Romeo die Nachricht erhalten, der andere Bräutigam die wie tot schlafende Julia bereits verlassen bevor sie – in den Armen von Romeo – wieder aufwacht und Shakespeare hat sie nur in der Geschichte sterben lassen. Das mögen wir zu gern hoffen und wenigstens ein bisschen glauben.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en