Géraldine Elschner:
Martin Luther. „Hier stehe ich ...“

Bargteheide: Minedition 2016

www.minedition.com

ISBN 978-3-86566-300-9
32 S * 14,95 € * ab 12 J

 

 

 

 

Das Sachbilderbuch nutzt Bilder aus Quellen (also: nachprüfbar) und versieht sie mit Texten für Kinder und Jugendliche. Erwachsene dürfen sich auch erinnern oder weiterbilden. Vor 500 Jahren verfasste Martin Luther 95 Thesen, die nicht nur die christliche Welt erheblich veränderten.

Liebe ist der Schlüssel

Der Termin (500 Jahre ‚Thesen‘) und der Fokus auf Luther und die Veränderung der christlichen Kirche in christlichen Kirchen mit den vielen Schmerzen, Verfolgungen, Kriegen sogar bis in das 21. Jahrhundert bringen eine Reihe von Veröffentlichungen.
Der Ansatz dieses Buches sind historische Abbildungen, die mit je einem möglichst kurzen, vom Bild abgesetzten Text kommentiert und begleitet werden. Das Cover zählt ebenso dazu wie der Vor- und der Nachsatz. Hier werden erste aus dieser Zeit gedruckte Thesen und eine Handschrift von Luther selbst abgedruckt. Letztere (aus Jesaja 25) heißt (transkribiert ohne Anspruch auf wörtliche Richtigkeit): »Absorpta est Mors in Virtorium [...] Weil Adam lebt [...] Verschlirret der Tod das Leben. [...] Christus lebt (das ist zu recht [...] das Leben den) Gott zu lobt das Christus stirbt und recht behelt. Martinus Luther 1543«. Der Vorsatz ist gänzlich in Latein gedruckt (»Amore et studio elvcidandae ueritates haec disputabunt...« in heutiges Latein übersetzt also: ‚Liebe und der Wunsch, die Wahrheit der folgenden Aussagen zu bringen, wird in Wittenberg diskutiert ...‘).

Die Bilder sind abgesetzt vom Text, der Text selbst groß gedruckt und möglichst einfach in der Aussage. Das ist ein sehr angenehmer Sprung zwischen dem Bild und der Beschreibung: »Fasten. Beten. Arbeiten. / Der Tag beginnt schon um drei Uhr / mit dem ersten Stundengebet ... dass man sich von seinen Sünden freikaufen kann ...« So beschreibt Géraldine Elschner Luthers Zeit als Mönch und Erkenntnisse seiner Reise nach Rom. Sie setzt dazu ein Bild von Lucas Cranach d. Ä. (Ablasshandel des Papstes) und über den Text eine Ablassurkunde. Schön anzusehen, vor allem, wenn man bedenkt, mit wie viel ‚Sprengstoff‘‘ in der Aussage und in der Folge das damals geschah.
Kurz wird Melanchthon erwähnt (Thomas Müntzer allerdings gar nicht), Luthers Privatleben angedeutet, seine heutigen Gedenkstätten erwähnt und der US-Amerikaner, der sich nach einer Europareise 1934 umbenannte in Martin Luther King und ebenfalls seinen Sohn Michael in Martin Luther King, der vor allem wegen seiner berühmten Rede »I have a dream ...« auch heute noch sehr bekannt ist.

Das mutige Unterfangen, Luther derart historisch als Bilder- / Kinderbuch zu präsentieren, kann als vollauf gelungen bezeichnet werden. 500 Jahre alt – und doch sind noch immer nicht die Botschaften des Neuen Testaments in Handlungsanweisungen umgesetzt. Nicht einmal bei den Christen.

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en