Thomas Sautner & Thomas Kriebaum:
Rabenduft

Wien: Picus 2016

www.picus.at

ISBN 978-3-85452-192-1
40 S * 15,00 € * ab 03 J

 

 

 

 

Das Leben ist schön! Die Sonne scheint, der Tag kann beginnen. Hurrah! Rabe Franz ist ein Optimist, einer, der nicht nur freudig in die Welt schaut, er riecht sie auch. Es riecht nach Rabe. Bruder Kurt ist anders.

Mmmmhh

Es gibt keine eigentliche Handlung in der gereimt erzählten Geschichte. Rabe Franz steht fröhlich auf, reckt sich, flattert mit seinem Gefieder, macht seine Toilette und riecht den Tag. Rabenduft durchströmt seine Nasenlöcher in seinem riesigen Schnabel. Ganz anders sein Bruder Kurt, der knurrig aufwacht und dem die gute Laune seines Bruders Franz gehörig ‚auf den Keks‘ geht. Doch Franz gelingt es am Ende, Kurt zu überzeugen, dass sich das Einatmen der Luft lohnt, denn es riecht nach Rabenduft!

 

Der Text ist gestaltet, meist abgesetzt auf einer Extraseite. Die Bilder werden durch Geräuschwörter wie aus einem Comic (»Fluschl Flatter Flausch Bausch«, »Kitzel Kitzel Kicher Kicher«, »Seufffzzzzzzzzzzz«) oder durch Zeichen (Musiknoten, !?!, Notizzettel mit ‚NiCHt StÖAN‘) ergänzt. Entsprechend übertrieben zeigen die fast quadratischen Bilder vor allem die riesigen Schnäbel der Raben, die gelb sind wie Bananen, einen dunkelbraunen Rand haben und die Form von Ruderkähnen sowie einen deutlichen Überbiss. Die Hintergründe bestehen aus gefärbten Laubblättern, mal in Blau und Orange, mal in Violett und Rosa, mal in Grün. Die Textseiten nehmen die Farben im Hintergrund je auf, sodass stimmige Doppelseiten entstehen. Die Tiere sind vermenschlicht, gehen auf die Toilette, schauen in den Spiegel, waschen sich am Waschbecken, schlafen in einem Nestbett.

So gelingt es Franz auch, seinen Bruder mit menschlichem Handeln zu überzeugen: Er kitzelt ihn. Spätestens da darf man sein Kind, das vielleicht auch gerade schlechte Laune hat, genau so aufmuntern.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en