Bettina Werchan & Alexander N. Afanasjew:
Die Froschprinzessin

Aus dem Russischen von Anna Meyer
Stuttgart: Urachhaus 2016

www.urachhaus.com

ISBN 978-3-8251-7987-8
32 S * 14,90 € * ab 04 J

 

 

 

 

Das Märchen aus Russland spielt mit allen Mitteln des Genres: Drei Prinzen, drei Aufgaben, ein verbocktes frühes glückliches Ende, das dann erst nach vielen Mühen doch noch geschieht. Die Bilder sind sehr beeindruckend mit farbiger Kreide auf geprägtes Papier gesetzt.

Wassilissa die Allweise

Warum der König seinen drei Söhnen die drei Aufgaben stellt, wird nicht klar. Afanasjew erzählt innerhalb des Märchens mehrfach, dass es sich eben um ein solches handelt. Da betont er zum Beispiel, dass etwas so vorzüglich sei, dass man es ausschließlich und nur in Märchen finden könne.
Die drei Söhne des Zaren sollen je eine Ehefrau finden. Dort, wo der Pfeil ihres Bogens landet, wird eine Ehefrau zu finden sein. Beim dritten Sohn ist es ein »Fröschlein«, das er ehelichen muss. Die anderen machen sich selbstverständlich darüber lustig, aber man weiß ja, dass sich hinter einem Frosch auch ein Mensch verbergen kann. Hier ist es »Wassilissa die Allweise«, die alle Aufgaben des Königs zur vollsten Zufriedenheit lösen kann.
Ist damit das Märchen beendet? Mitnichten! Denn der zweite Teil handelt davon, wie der junge Prinz seine Prinzessin aus ihrem Zauber befreit, damit es wirklich ein glückliches Ende gibt. 

Die Bilder sind durch die Wahl der Malstifte und durch den Untergrund geprägt. Der schafft Lücken in den weichen Strichen und verwischt damit die realistisch gezeichneten Figuren, setzt sie gegen die Hintergründe mit Umrissen zu relativ ‚klaren‘ Linien ab. Die Bilder folgen somit dem Text, der immer Geheimnisvolles beinhaltet und viele Fragen offen lässt.
Das Titelbild zeigt ein vitales Blau mit Weiß und strukturell gestalteten Figuren, eine blaue Froschprinzessin mit langem geflochtenen blonden Zopf. Ihr weiter Rock dreht sich auf dem Wasser, darüber fliegen vier weiße Schwäne. Ein merkwürdiges Bild für einen weiblichen Frosch? In der Tat. Sie ist ja auch verwandelt. 

Kinder mögen die direkte Lösung, genießen allerdings auch die unerwartete Wendung einer Geschichte. Hier haben sie mehrfach die Gelegenheit.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en