Rose Lagercrantz & Eva Eriksson:
Du, mein Ein und Alles

Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch
Frankfurt: Moritz 2016

www.moritzverlag.de

ISBN 978-3-89565-329-2
116 S * 11,95 € * ab 08 J

 

 

 

 

So mögen wir wohl alle gern glücklich sein, mit einem liebevollen Papa, einer Freundin, mit der man alles teilen kann und auf die man sich immer verlassen kann und die die richtigen Worte und Taten zum Trösten findet, Erwachsene, die Kinder nicht wie leere Gefäße ‚auffüllen‘ wollen, sondern ihnen Platz und Zeit zum Sich-Entwickeln lassen. Dunne darf so aufwachsen.

Plötzlich ist Wanda da

Das vierte Buch für Kinder ab etwa 8 Jahre, das von Rose Lagercrantz geschrieben und von Eva Eriksson herrlich bebildert wurde, das von der liebenswerten Dunja, genannt Dunne, und ihrer Umgebung handelt. Seitdem ihre Mutter starb, lebt Dunne mit ihrem Vater Giovanni, genannt Gianni, allein. Dunne rettet das eine oder andere Tier (Regenwurm, Schnecke) vor dem Überfahren werden von der Straße, aber ihren Vater kann sie bei seinem Unfall nicht beschützen. So liegt der nun also im Krankenhaus, und Dunne verbringt ihre ersten Sommerferien von der Schule bei ihrer Freundin Ella Frida auf der kleinen Schäreninsel.
Wenn die beiden zusammen sind, müssen sie immerzu spielen. Laufend fällt ihnen etwas Neues ein. Schwimmen gehen, möglichst mehrmals am Tag, den Fuchs auf der Anhöhe am Abend beobachten oder den Adler, der auch schon Ella Fridas Meerschweinchen Roy und Partyboy erspäht hat. Schnell rein ins Haus! Alles ist gut. Papa ruft jeden Abend zur gleichen Zeit aus dem Krankenhaus an – allerdings nicht heute, und schon hat Dunne die größten Befürchtungen! Und leider erweisen sich diese als nicht unbegründet, denn seit einigen Tagen hat Papa eine neue Freundin.

Na klar, wird das gut ausgehen, auch wenn Rose Lagercrantz selbstverständlich kein einfaches Happy End schreibt. Kein ‚Friede, Freude, Kokosbällchen‘, aber tiefe und ehrliche Gefühle von allen Beteiligten, besonders von Dunne und ihrer »Ein und Alles«-Freundin Ella Frida.

 

Der Text ist sehr lesefreundlich gedruckt: kurze Zeilen, doppelter Zeilenabstand, wenige lange und/oder unbekannte Wörter. Aber die jungen Selbstleser werden auch gefordert: Blocksatz und nicht immer ganz einfache Satzstrukturen, zum Teil über vier Zeilen und mit drei Kommata.

Die vielen farbfreien Bilder wiederum erleichtern den Lesefortschritt und erweitern unser Bild des Landes und besonders der Personen und hier ganz besonders das von Dunne. Genauso stellen wir sie uns sogleich auch vor, ihre kleine Stupsnase, die strohigen blonden kinnlangen Haare, die offenen Knopfaugen, der zumeist freundlich gebogene Mund und die leicht pummeligen Wangen, die einen schönen Gegensatz bilden zu den dünnen Armen und Beinen, die Kinder in dem Alter schon mal haben.

 

Ein rundum gelungenes Buch – fast sogar ein Bilder-Buch – mit einer sehr guten Übersetzung. Mehr von Dunne!

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en