Konrad Beck:
Durch den Gotthard.
Bau und Betrieb des Gotthard-Basistunnels

Zürich: Atlantis bei Orell Füssli 2016

www.atlantis-verlag.ch

ISBN 978-3-7152-0715-5
32 S * 26,50 € * ab 05 J

 

 

 

 

Man kann sehr anderer Meinung sein, ob eine Verkürzung um 30 km (also um rund 20 %) den Aufwand und die Kosten wert ist, aber das Buch, das den Bau des Tunnels unter dem Gotthard-Bergmassiv festhält und beschreibt, ist es wohl. Die Illustrationen stellen sich in den Dienst des Themas und benutzen dafür viele Elemente des Comics.

Tunnel unter dem Gotthard

Sehr informativ für zugleich Erwachsene wie für Kinder ab etwa fünf Jahren, so soll ein Sachbilderbuch im Idealfall sein – und genau so ist dieses Buch. Norddeutsche, also spätestens nördlich des Mains, kennen sich beim Tunnel vielleicht aus, wenn sie sich um die U-Bahn, Flussunterquerung oder um Bergbau kümmern. Je weiter südlich wir kommen, desto mehr rückt der Tunnel in den Fokus des Verkehrs. Hier haben wir es zu tun mit einem Tunnel von gigantischem Ausmaß: 57 km lang, über sich eine riesige Felsschicht, ummantelt von Beton, hergestellt von mehr als 2000 Menschen und einer Bohrmaschine, die knapp 500 m lang ist und einen Durchmesser von fast 10 m hat. Schüler mögen das Volumen des Zylinders der Röhre ausrechnen, aber die Ausmaße übersteigen schon vorher alle Dimensionen, die in unserer Umgebung vorkommen.

Die Darstellung in Form eines Comics verwendet also verständlicherweise einen Großteil der Darstellung auf die Außenstelle v o r dem Tunnel und dem späteren Rückbau. Die Herausarbeitungen der eigentlichen Röhre(n) von beiden Seiten trafen sich am 15. Oktober 2010. Zeit auch für die Mitte des Buches mit einer Doppelseite, die beidseitig heraus klappbar ist.

Der erste Teil ist der der Vorbereitung und dem Ausbau gewidmet, der anschließende der des Abraums und des Rückbaus. Die Vor- und Nachsatzseiten liefern dazu entsprechend je vier / sechs Spalten mit eng bedruckten Informationstexten zur Historie wie zu einigen wichtigen Berufsgruppen, die mit dem Bau beschäftigt waren/sind.

 

Die kolorierten Bilder dominieren die Seiten, die Texte sind lediglich Zugaben, die die Vermutungen ob der Bilder in Richtungen lenken oder verifizieren. Die schwarzen Umrahmungen der Objekte sorgen dafür, dass sie sorgfältig erkennbar bleiben, eingefügte rechteckige Textflächen oder Textzeilen unter den Bildern (einmal füllen sie das dritte von sechs Bildern auf der Seite aus) ergänzen den Informationscharakter.

Beeindruckend ist vor allem die Leistung der Tunnelbauer, aber die des Buchs nichts desto weniger, wenn auch auf ganz anderer Ebene.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en