Juri Jakowlew & Irina Link:
Umka

Aus dem Russischen von Beate Rausch
Würzburg: Arena 2016

www.arena-verlag.de

ISBN 978-3-401-70617-7
32 S * 12,99 € * ab 03 J

 

 

 

 

Umka ist ein kleiner Eisbär, der noch nicht viel von seiner Welt gesehen hat, denn den ersten Winter muss er gleich mit seiner Mutter in einer Schneehöhle ohne Sicht nach außen verbringen. Seine Neugier wird so also noch nicht befriedigt – das holt er aber nach. Als die Sonne »im blauen oberen Meer« schwimmt, macht er sich auf auf Erkundungstour.

Die Welt erkunden

Juri Jakowlew schrieb die Geschichte vom kleinen Eisbären Umka bereits 1969, die Illustratorin Irina Link, 1988 geboren, wuchs mit ihr auf. Nach ihrem Studium an der Fachhochschule Trier (Gestaltung, Schwerpunkt Illustration) hat sie 2015 als Erstlingswerk dies wunderbare Bilderbuch in vielen Blau- und Weißtönen geschaffen, das mit dem »Meefisch« ausgezeichnet wurde.1)

Erzählt wird aus der Sicht des noch nicht einjährigen Eisbärkindes, das den ersten Winter mit seiner Mutter in einer Schneehöhle verschlafen soll. Zuvor stellt er aber noch viele Fragen: Wie baut man eine Schneehöhle? Was kann ich vom Fisch erfahren? Ist die Sonne ein Fisch, den der Hai gefressen hat? Hat sie einen Fischschwanz? Zunächst antwortet seine Mutter noch, erzählt vom Leben außerhalb der Höhle, dann aber ist endlich Schlafenszeit. Als die Sonne nach der langen Winternacht endlich wieder aufgeht, erfährt Umka, wie man jagt, was die Sonne auf dem oberen Meer hält und auch, was es mit diesen merkwürdigen Bären auf sich hat, die auf nur zwei Beinen laufen und die ihr Fell ablegen können. Bald darauf trifft Umka einen von dieser eigentümlichen Spezies.

 

Wunderbar, wie Irina Link das helle Blau mit dem Weiß mischt und eine saubere, klare und sehr organisch bewegte Landschaft entwickelt, in der sich lediglich im Hintergrund eckige Eisschollen türmen. Umka ist – wie seine Mutter – ebenso weich und sanft geschwungen wie die langen Verwehungen. Sein Mund ist kaum erkennbar, der Kopf wird von der schwarzen Nase bestimmt und den kleinen runden schwarzen Augen. Der je relativ lange Text ist in blau oder weiß in die Bilder linksbündig im Flattersatz gedruckt. Der Horizont trennt einen kalten klaren Himmel von dem schneebedeckten Land, den Eisschollen und dem tiefblauen Meer.

Eine einfache und bewegende Geschichte – unausgesprochen schwebt für die Erwachsenen über der ‚heilen Welt‘ die bevorstehende Katastrophe der Klimaveränderung – bindet die Menschen ohne Kitsch so ein, dass ein zeitgleiches Leben von Tier und Mensch möglich scheint.

 

 

1) »Der Meefisch« ist der »Marktheidenfelder Preis« für eine Bilderbuch-Illustration, die bisher unveröffentlicht ist. Er wird zweijährig verliehen und ist mit 2000 Euro dotiert. Seit 2009 veröffentlicht der Arena-Verlag das jeweilige Preisbuch.

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en