Anne Lehner:
Und wie ist Totsein?

München: Mixtvision 2016

www.mixtvision-verlag.de

ISBN 978-3-95854-059-0
32 S * 12,90 € * ab 04 J

 

 

»oben ... in Erinnerung ... auf einer Feier ... Erde ... schwarz« sind die kurzen und einfachen Stichwörter für die Bilder im ersten Teil. Sie beziehen sich auf eine mögliche Antwort auf die Titelfrage. Die dazu passenden Illustrationen auf der rechten Seite sind dagegen überhaupt nicht einfach.

 So oder so oder ganz anders

 

Ja, niemand weiß wirklich, wie Totsein ist. Der Ausgangspunkt im Buch ist die Oma, die »jetzt unter einem Stein« liegt, tot ist. Die Antworten auf die Frage, wie Totsein nun ist, sind wiederum Fragen, die mit »Vielleicht ...« beginnen. Daraus entstehen dann die Impulsgeber für die Bilder. Das Schriftbild selbst steht in Weiß auf einer violettfarbenen Wolke, gelbe Blitze und Sterne gehören dazu, ein roter Vogel mit gelbem Bauch. Das sind zugleich die Farben für das Bild, das die gesamte rechte Seite einnimmt, ergänzt durch die Nichtfarbe Schwarz. Die Illustration erinnert, wie die folgenden auch, ein wenig an die Pop-Ästhetik der Beatles-Ära zur Zeit des »Yellow Submarine«. Da gibt es einen Regenbogen (witzigerweise in schwarz-rot-gelb), eine Sonne oben rechts in der Bildecke, viele violette Wolken und eine dunkelviolette Erde, ein Fernglas, ein Luftballon, ein Vogel, der gerade aus dem geöffneten Käfig fliegt, ein Auge in einem Stern, ein Briefumschlag und vielleicht noch 30 weitere Objekte.

Die nächsten Seiten folgen dieser Vorgabe, nehmen die Farbe(n) auf und interpretieren und assoziieren auf vielfache Art das Stichwort. Der zweite Teil des Buches spiegelt den ersten, ergänzt ihn um weitere Möglichkeiten, die der Autorin, die zugleich die Bilder schuf, zum Thema ‚Totsein‘ einfielen.

 

Das Buch ist, wie das Thema selbst, nicht einfach. Es erfordert ein Sich-einlassen sowohl auf die Stichwörter als auch auf die ungewöhnlich ‚anderen Wimmelbilder‘. Beschlossen wird das Buch durch ein Nachwort einer ‚Familientrauerbegleiterin‘. Das Buch hilft sicher nicht in einer emotional stark belastenden Situation, dafür aber ‚vorsorglich‘.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en