Andrés Pi Andreu & Kim Amate:
Eine Biene zu viel

Aus dem Spanischen von Mona Steigerwald
Aschaffenburg: Alibri 2016

www.alibri.de

ISBN 978-3-86569-252-8
32 S * 15,00 € * ab 04 J

  

 

 

 

Die eindringliche Parabel zeigt auf, was es mit der Behauptung »Das Boot ist voll« oder – wie es hier heißt – »Wir haben keinen Platz!« auf sich hat. Der Sprecher der drei Bienenarchitekten hat den Grund gefunden: Wir haben »eine Biene zu viel«! Jetzt beginnt im Bienenstock die Suche nach dieser Biene.

Die richtige Frage stellen

Die Bilder sind sehr ungewöhnlich. Die vielen Seitenblicke sind offensichtlich für Erwachsene eingefügt, damit nicht nur die Kinder, sondern auch sie selbst Neues und Verstecktes finden können und somit sowohl in die Bilder als auch in die Botschaft der Geschichte eintauchen können.
Kim Amate zeichnet seine Bienen als dicke Hummeln mit einem riesigen Ballon ab Hüfte, der drei dunkle Ringelstreifen auf dem gelben Körper zeigt. Unten schauen gerade so zwei Füße heraus, oben sehen wir einen fast menschlichen Körper mit zwei Armen und einem Kopf – allerdings passen die gerüsselte Nase und die beiden Antennenfühler nicht zur menschlichen Vorstellung.
Wie in einem echten Bienenstock wimmelt es, dürfen nicht alle Bienen in bestimmte Bereiche, hat eine jede eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Warum gerade die Architekten mit ihren sechseckigen Brillen und dem Zirkel, der mit dem Abtrag des Radius auf dem Kreisrand eben diese Form bestimmt (auf dem Konstruktionspapier ist eine nette Hommage an da Vincis ‚Vitruvianischer Mensch‘ zu sehen), den Auftrag erhalten, nach der »Biene zu viel« zu suchen, wird nicht deutlich. Die Bienenkönigin jedoch wird es gewusst haben, spricht sie doch am Ende die Lösung des Problems aus.

 

Das Buch ist bereits 2011 in der spanischen Originalsprache erschienen, ist aber in einer Zeit von Populistenhetze gegen Flüchtlinge ausgesprochen aktuell. Und es liefert eine einfache Wahrheit, die auch Kinder im Kindergarten gut verstehen und in ihren Alltag übertragen können.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en