Emma Levey:
Klara Gluck

Aus dem Englischen von Seraina Maria Sievi
Zürich: Orell Füssli 2016

www.ofv.ch

ISBN 978-3-280-03489-7
32 S * 13,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

Ein Huhn, zumal mit dem Namen »Gluck«, will selbstverständlich nur eins: Ein, oder besser noch mehrere Eier ausbrüten. Pech also, dass Klara kein Ei besitzt. Wenn nun aber kein eigenes da ist, muss eben ein fremdes beschafft werden. Klara Gluck macht sich auf in die weite Welt. Eine schöne kleine Geschichte mit entsprechenden Bildern!

Mutterglück

Der Text ist teilweise gestaltet, folgt dem Schwung der riesigen Welle oder streicht besonders heraus, was für das blaugrüne Huhn mit dem auffällig großen roten dreigliedrigen Hennenkamm (der während einer Hennen-Legeperiode besonders ausgeprägt sein soll) und dem spitzen, schmalen kleinen Schnabel wichtig ist. Emma Levey zeichnet einen mächtigen Körper, der fast die ganze rechte Seite bedeckt und noch deutlich über diese hinausragt. Der Grund der Sehnsucht der Henne ist ein Ei, auf der ersten Seite mit ihr offensichtlich eingebildet dargestellt. »Sie konnte an nichts anderes denken als an Eier ...« sagt der Text, der ihrem gebogenem Körper folgt, und (in Doppelschrift gestaltet) folgt: »Eier, Eier, EIER!«

So zieht Klara Gluck hinaus in die Welt und sammelt verlassene Eier, vergessene Eier, verlorene Eier. Sie taucht in die Tiefen des Ozeans, sie steigt auf die hohen schneebedeckten Berge jenseits der Wolken, sie kämpft sich durch Schnee und gegen den Sturm, wird hennennass im starken Regen.

Am Ende wird alles gut. Wir lernen noch etwas über Tiere, die nicht lebend geboren werden, sondern aus dem Ei, und wir sehen, dass eine zufriedene Henne auch so gut mit Nadel und Wolle umgehen kann, dass alle ihre ‚Kinder‘ sie sehr ‚bestrickend‘ finden dürften.

 

P. S. Die deutsche Übersetzung des Titels (»Hattie Peck«) ist besser passend als der des englischen Originals, denn während »to peck« lediglich «picken« bedeutet, ist die »Glucke« viel mehr als nur das »Huhn« oder die »Henne«, zumal wenn es im Original lediglich auf die Tätigkeit der Nahrungsaufnahme reduziert wird.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en