Danny Parker & Freya Blackwood:
Sommersonnentag

aus dem australischen Englischen von Jutta Treiber
Berlin: Annette Betz 2016

www.ueberreuter.de

ISBN 978-3-219-11678-6
32 S * 12,95 € * ab 04 J

 

 

 

 

Ein Tag im Sommer an der Küste. Völlig unspektakulär kommt er daher und nimmt uns mit in den Sonnentag der drei Kinder. Es gibt keine Pflichten, keine Eltern, keine Sorge um das Essen. Es ist nur ein Sommersonnentag. Kritiker müssen fragen, was dieses »nur« bedeuten mag, denn es ist hier sehr deplatziert. So darf das Leben sein, wenigstens manchmal und/oder zeitweise.

Unbeschwert heißt: leicht

Wer eine solche ältere Schwester hat, der kann getrost unbeschwert aufwachsen. Die Geschichte zeigt nur drei Kinder und eine Katze, die in einer Gegend groß werden, in der man keine Angst haben muss, aber Vieles erkunden darf. Gegen Ende der Geschichte sehen wir eine Gesamtsicht der Gegend aus der Vogelperspektive, erkennen das Gatter wieder, den Baum auf der Kuhweide, den umgestürzten Baum als Brückenersatz über den kleinen Fluss, den Strand mit der Weite des Meeres.
Wir haben ein vielleicht 10-jähriges Mädchen, einen etwa 2 Jahre jüngeren Jungen und ein Mädchen, das noch eine Windel trägt. Alle drei sind wahrscheinlich Geschwister. Sie verpflegen sich selbst, sie malen mit Kreide auf dem Boden vor dem Haus, sie rühren Teig an in der Küche und kleben eine zerbrochene Schüssel. Die Vierte im Bund ist eine Katze, hell–dunkelgrau getigert. Erwachsene treten nicht auf.

 

Die »heile Welt« ist nicht aufdringlich. Die Gegenstände, Pflanzen, Landschaften und die Personen sind mit weichem Bleistift gezeichnet, mit lockerer Hand fast skizziert, nachgebildet, Emotionen auf die Gesichter gezaubert. Die Aquarellfarben sind anschließend aufgetragen, stoßen an die Ränder und verlaufen auf den offenen Flächen oder werden ein zweites oder drittes Mal aufgetragen. Ein Grün ist so nicht einfach e i n Grün. Die Gegenstände und Personen werfen schmale und kurze Schatten, als würden sie von einer hochstehenden Lichtquelle / der Sonne beschienen. Die rote Schüssel oder das Leibchen des Kleinkindes, sogar der strohblonde Schopf des Jungen bilden einen angenehmen Komplementärkontrast zum Grün der Wiesen, dem blassgrünen Laub des Baumes, dem Grün der Kleidung des blonden Mädchens mit den Zöpfen und dem Streifenhemd des Jungen.

 

Was geschieht?
Nichts.
Wir haben einen wunderschönen schwebenden, unbeschwerten Sommertag und erleben ihn mit drei sympathischen Kindern, die in der Geschichte selbst nicht sprechen, sondern einfach leben.

Der kurze Text ist paarweise (auch unrein) gereimt und bezieht sich gar nicht auf die gezeichnete Situation, ist viel allgemeiner: »Viel Sonne und etwas zu knabbern / Ein Plätzchen zum Kritzeln und Plappern«. Keine Satzend-Zeichen. Auch nicht auf der letzten Seite, und die bezieht sich auf den gesamten Tag. »Perfekt« steht da.

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en