Axel Scheffler & Frantz Wittkamp:
In die Wälder gegangen, einen Löwen gefangen. Findlinge

Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2016

www.beltz.de

ISBN 978-3-407-79564-9
48 S * 12,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

Die Vierzeiler erzählen kleine Geschichten mit ausgesprochen überraschenden Wendungen und strafen den eigenen Beitrag Lügen: »Er glaubte, er besäße / die Gabe, Spaß zu machen / und machte dauernd Späße, / doch keiner konnte lachen.« Wir schon.

Wie heißt das Gegenteil von Nonsense?

33 Vierzeiler, mal paar-, mal kreuzweise gereimt erzählt Frantz Wittkamp. Oft spielen Tiere eine (Haupt-) Rolle. Tauben bleiben, weil sie Futter erwarten, Löwen lassen sich an einem Faden gefangen nehmen und folgen brav dem Mädchen, ein Mann, der wie ein Hund behandelt wird, verwandelt sich in einen solchen. Der Humor ist sehr hintergründig und wird auch von Kindern ab drei Jahren schon verstanden und mit kleiner Hilfe sollte es Grundschüler anregen, selbst kleinen Reimgeschichten zu erfinden – selbstverständlich nicht in der Güte, wie sie uns der Autor bietet. (Der Wind weht auch aus Ost / und treibt so manche Dinge. / Er schickt uns diesmal Post. / Wenn uns auch nur ein Reim gelinge.)

Den Schalk hat aber nicht nur der Autor im Nacken, Axel Scheffler setzt in seiner unnachahmlichen Art die Erzählungen in treffliche Bilder um, in denen Mensch und Tier fast immer lächeln und allein durch einen schwarzen Punkt in den großen weißen Augen Gefühle zeigen können. Das Mädchen auf dem Cover starrt geradeaus und ‚töffelt‘ unbeirrt durch den Wald. Der Löwe wiederum, der mit dem Faden mit dem Mädchen verbunden ist, schaut aus dem Bild heraus leicht nach hinten, als habe er dort ein Geräusch gehört. Absurd? Absurd! Löwen sind nicht ängstlich, kleine Mädchen sind es – vor allem, wenn sie mit einem Löwen durch einen Wald gehen!

Ein Bilderbuch, das sich auch Erwachsene mehr als einmal anschauen mögen.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en