Géraldine Elschner & Cécile Vangout:
Ich hab dich lieb!

Aus dem Französischen
Stempel von Fabienne Muller
Köln: TintenTrinker 2016

www.tintentrinker.de

ISBN 978-3-946401-01-8
20 S * 11,00 € * ab 03
 J

 

 

 

 

Das kleine Mädchen kann noch nicht schreiben, aber auf ihrem Bild, das sie für ihren Vater malte, soll stehen: »Ich hab dich lieb!« Also bittet sie nacheinander alle Bewohner des Hauses, genau das für sie zu schreiben. Der Begriff »multikulturell« trifft für das Haus besonders zu, denn ein jeder der acht Gefragten schreibt in seiner Muttersprache. Das Mädchen nennt jeden Eintrag »Krikelkrakel«. Zum Schluss ‚schreibt‘ sie selbst.

Uhibuk

Das Buch hat selbstverständlich eine Botschaft. Die einfachste uns schönste ist: »Ich hab dich lieb!«, und die gibt es in hier in acht Schriftsprachen: Arabisch, Japanisch, Russisch, Mandarin, Koreanisch, Tamil, Griechisch, Hebräisch, ach ja, auf Deutsch auch. Das Leben in einem Haus, in dem so viele Personen aus unterschiedlichen Herkunftsländern wohnen, scheint zu funktionieren. Alle kennen das Mädchen, alle können schreiben und alle machen das gern. Niemand wundert sich, dass dort schon fremde Schriftzeichen stehen.

Auf den Bildern sehen wir beispielhaft zwei Frauen und einen Mann, die anderen werden auf der Seite mit der Zusammenschau genannt – auch, wie man den Text aussprechen kann.

Die Illustrationen zeigen ein kleines Mädchen mit hellgrünem Trägerkleid, komplementärfarbig dazu die Schuhe, die Strumpfränder, die Schleife im Haar und die Wange. Ihre lockigen Haare sind kaum zu bändigen mit dem Stoffstreifen, die Teile des Gesichts bestehen aus Punkt, Punkt, verkehrtes Komma und einem Strich, der freundlich leicht gebogen ist. Ihr zur Seite sehen wir einen etwas plumpen hellhäutigen Hund mit extrem kurzen Beinen. Die Inneneinrichtungen der besuchten Wohnungen spiegeln ein wenig die Herkunftskultur wider, ohne besonders ungewöhnlich zu wirken. Zu erwähnen sind noch die drei Mal vier Stempel in unterschiedlichen Farben, die den Text begleiten: Matruschka-Puppe und Zwiebelturm, Pagodentempel und Ginseng-Blatt, Lastenkamel und Samowar, Kohinobori und Geisha.

Auch, wenn das Mädchen selbst noch nicht schreiben kann, heißt es doch nicht, dass es sich nicht auch auf Papier ausdrücken kann.

Wie einfach kann das Leben sein, wenn man es auf wenige Merkmale reduziert: Liebe, Hilfsbereitschaft, Akzeptanz, Neugier, Zulassen.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en