Ethan & Vita Murrow:
Der Wal

Aus dem Englischen von Birgit Franz
München: Prestel 2016

www.prestel.de

ISBN 978-3-7913-7254-9
32 S * 24,99 € * ab 04 J

 

 

 

 

Es ist 50 Jahre her, dass zwei Jugendliche behaupteten, sie hätte den »getupften Riesenwal« gesehen. Die Zeitung bezweifelt immer noch diese Aussage und ruft dazu auf, Beweise zu liefern. Ausgerechnet den beiden Enkelkindern gelingt wirklich der unzweifelhafte Nachweis – auch wenn die Aktion ziemlich gefährlich war. Sehr beeindruckende Bilder mit weichem Bleistift folgen der Geschichte.

Es ist nur Graphit auf Papier

Es gibt keine Farbe in den Bildern. Der Bleistift dunkelt sogar große Flächen, der Duktus ist auch ohne Lupe oft erkennbar. Die Bilder sind beeindruckend, und man wünscht sich spontan, dass man auch solch eine Uferpromenade zeichnen könnte, wenigstens annähernd. So schwer kann das doch nicht sein! Doch, es ist genau so, und vielleicht auch noch schwieriger. Dabei haben wir noch nicht von den bewegten, den ‚eingefrorenen‘ Bildern erzählt oder den Einzelbildern, die auf der Seite nicht nur positioniert werden, sondern zum Teil ineinander übergehen und das Auge zwingen, sich mit den Sichtweisen auseinanderzusetzen und zugleich dem Verlauf der Geschichte zu folgen.

Einen Text zu den Bildern gibt es nicht. Der fast doppelseitige Abdruck der Zeitung »Der Cape Chronicle« (eine merkwürdige Mischung des Originals mit einer deutschen Übersetzung) liefert mit seiner Titelseitenaufmachung alle Informationen, die man zu Beginn benötigt. Am Ende zeigt er, dass das, was das Mädchen und der Junge damals erkannten, wirklich und wahr war, bewiesen von den Enkeln. Bis es soweit ist, vergehen 12 aufregende Doppelseiten, die sich vielfältig untergliedern und dem Auge keine Ruhe gönnen, zum sie nicht chronologisch und auch nicht (unbedingt) stimmig erzählen.

Was bleiben wird in der Erinnerung an das Buch, ist die Darstellung, die aus einem weißen Blatt mit vielen Linien, Strichen, Kreuzungen und Übermalungen Leben erschafft. Dass es sich dabei auch noch um etwas handelt, für das es sich lohnt, um seinen Erhalt zu kämpfen. Das ist ziemlich sicher eine Intention des Buches. Die Art der Darstellung ist aber neben der Botschaft ebenso mindestens beachtenswert.

 

auf der Auswahlliste zum LesePeter August 2016

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en