Kristina Gehrmann:
Im Eisland: Verschollen

Rostock: Hinstorff 2016

www.hinstorff.de

ISBN 978-3-356-02024-3
272 S * 18,99 € * ab 08 J

 

 

 

 

Gesucht wird die Meeresverbindung des Atlantiks mit dem Pazifik im nördlichen Kanada. Die beiden britischen Expeditionsschiffe bleiben über vier Jahre im Packeis, alle Personen sind am Ende tot – sterben zum Teil sehr qualvoll. Suchexpeditionen geraten selbst in ähnliche Gefahren, auch die Begegnung mit kleinen Inuit-Gruppen kann die Personen nicht retten. Sehr dramatisch und spannend – auch wenn das Ende des historischen Stoffes bekannt ist.

Tragisch

Auch im dritten und letzten Band der Graphic Novel kann man immer mal wieder nach vorn blättern, um mithilfe der kurzen Steckbriefe der wichtigen Personen der beiden Schiffe sie in den Zeichnungen wiederzuerkennen. Das gelingt in den ersten Teilen noch gut, dann aber verändern Skorbut und Vergiftungen durch bleihaltiges Kondenswasser viele Personen. Die zunehmende Verzweiflung geht einher mit immer mehr Todesfällen. Die Entscheidung, die eingefrorenen Schiffe in Richtung Süden zum Festland zu verlassen, wird wieder rückgängig gemacht. Das Packeis hat sich wieder gelöst! Allerdings für nur wenige Tage. Die Kräfte und der Mut verlassen die Männer, sogar Ratten werden gegessen und ...

Die Begegnung mit »Eskimos« zeigt, dass auch diese den Expeditionsmitgliedern nicht helfen können, sie können sich gerade genug Essen für das eigene Überleben sichern. Gegen Ende erleben wir, dass auch Suchexpeditionen aus Großbritannien selbst in Not geraten – der Versuch, die Nordwestpassage für die britische Krone zum Nutzen der Wirtschaft zu finden, muss als total gescheitert angesehen werden.

Kristina Gehrmanns aufwendige Recherche zeigt, dass die wenigen Funde trotz modernster Technik der Jetztzeit mehr Fragen aufwerfen, als dass sich der Schleier lüftet. Allerdings hat die Autorin und Illustratorin für ihr dramatisches Buch nicht spekuliert, sondern wohl begründet vermutet und die Tragik in vielen Facetten dargestellt.

Die Graphic Novel wird eingeleitet durch einen sehr kurzen Abriss, was bisher geschah. Insofern ist der dritte Band auch verständlich, ohne dass man die beiden anderen ebenfalls gelesen / angeschaut hat. Viel besser und eindringlicher ist jedoch, sich das gesamte dreibändige Werk anzuschauen - und das Unternehmen zu hinterfragen. Kristina Gehrmann selbst hält sich mit einer Kritik zurück und überlässt das dem Leser.

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en