Ruth Krauss& Maurice Sendak:
Löcher gibt’s, um sie zu graben.

Ein erstes Buch über was es gibt und warum

aus dem Englischen von Ebi Naumann
Hamburg: Aladin 2016

www.aladin-verlag.de

ISBN 978-3-8489-0073-2
50 S * 12,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

Kindermund und Philosophie passen wunderbar zusammen. Hier erklären Kinder – wie es im Untertitel genannt wird – was es gibt. Und vor allem: Warum es dieses gibt. Die Bilder dazu zeichnete Maurice Sendak 1952, und mit ihnen schaffte er seinen Durchbruch als Illustrator.

Wirkung und Ursache

Es sind Begriffe aus dem Alltag von Kindern, die diese begründen. Der Titel ist eins der Beispiele daraus, anderen Kindern (oder der Autorin) fielen zu »Löcher gibt es, ...« auch andere Begründungen ein, zum Beispiel: ..., um etwas zu verstecken / um darin zu sitzen / um Blumen zu pflanzen / damit Mäuse darin wohnen können / um durchzugucken / um reinzufallen. Bestimmt gibt es noch viele andere Gründe (Vorschlag: ..., um ihren Rand zu halten).
Die Begründungen sind auf den Seiten verteilt, mal allein, ein anderes Mal mit drei oder vier anderen. Sie tauchen auf zwischen den Fragen nach dem Matsch, der Sonne, den Armen, den Träumen und vielen anderen.
Für erwachsene Ohren und Augen sind die Begründungen oft herrlich überraschend. Für alle sind die Zeichnungen überraschend modern – auch wenn sie über 60 Jahre alt sind. 16 Kinder, die sich je von ihrem Hund abschlabbern lassen, 40 Katzen bei 4 Kindern, ein Kind, das stolpert (»... Steine gibt’s, um uns zu helfen, auf den Weg zu achten.«) – Maurice Sendak benutzt wenige schwarze Striche, um seine Kinder lebendig werden zu lassen. Sie scheinen in ihrer Bewegung eingefroren zu sein, selbst das Springseil zeigt den unterschiedlichen Schwung der beiden Kinder so, als wäre es mit einer Hochgeschwindigkeitskamera aufgenommen.

Schade, dass der Verlag ein derart kleines Format für sein Buch wählte und mit einem zwar angemessenen, aber dennoch teuren Preis versah. Das wird der Verbreitung leider nicht zuträglich sein.
Die Idee der Geschichte fordert geradezu eine Nachahmung heraus. Was mögen wohl unsere Kinder heute im Kindergarten antworten, wenn wir sie mit den Begriffen und der Aufgabe dazu konfrontieren? Gleich morgen werden wir es erforschen.

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en