Alicia Potter & Birgita Siff (Ill.):
Henriettes Heim für schüchterne und ängstliche Katzen

aus dem Englischen von Ulii & Herbert Günther
Hildesheim: Gerstenberg 2016
www.gerstenberg-verlag.de
ISBN 978-3-8369-5888-2
32 S * 12,95 € * ab 03 J

 

 

 

Das ist eindeutig ein Buch für Menschen, die Katzen mögen. Oder ausgestoßen sind. Ein Buch für Katzenfreunde also, oder für Ausgestoßene. Wie Henriette träumen diese Menschen wahrscheinlich davon, dereinst für ihren Einsatz von ‚ihrer‘ Katze dafür durch Zuneigung, ja, LIEBE belohnt zu werden. In dieser Geschichte ist das jedenfalls so und noch mehr: Katze rettet Mensch durch großen Mut. Katzenfreunde glauben das gern.

Dankbarkeit / Sich finden

Henriette wohnt allein. Henriette hat ein Herz für Katzen, für alle Katzen. Deshalb dürfen alle Katzen bei ihr wohnen. Das spricht sich herum. Viele Katzen kommen, vor allem diejenigen, die schüchtern sind oder ängstlich. Krümel kommt als letzter, aber er ist auch der schüchternste und ängstlichste Kater von allen. Erst, als es wirklich darauf ankommt, zeigt er wenigstens für eine kurze Zeit, dass er für Henriettes Rettung seine Ängste überwinden und sogar alle anderen anführen kann.

Birgitta Siffs Zeichnungen zeigen Katzen mit großen weißen kreisrunden Augen, in denen kleine schwarze Punkte an den Rändern die Blicke der Betrachter lenken. Henriette hat ähnliche Augen, also viel zu große weiße Kreise mit kleinen schwarzen Punkten, außerdem hat sie eine spitze Nase, sehr struppige Haare, dünne Beine und riesige lange Füße. Nein, Henriette ist keine Schönheit. Besonders intelligent scheint sie auch nicht zu sein, und ihre Beweglichkeit ist ebenfalls nicht erwähnenswert. Na ja, das gibt es eben. Henriettes Weg zu ihrem persönlichen Glück heißt: Katze. Das trifft sich gut, denn es gibt viele »schüchterne und ängstliche Katzen«, denen Henriette eine Heimat geben kann.

 

Eine schöne Geschichte jenseits des direkten Beispiels. Wir erleben immer wieder, dass Kinder ausgestoßen werden oder sich ausgestoßen fühlen. Sie sind zumeist nicht glücklich, aber sie ziehen sich gegenseitig an, wenn sie je ein ähnliches Schicksal begleitet. Hier Henriette, dort die Katzen. Das ist die Hoffnung der Schüchternen und die der Ängstlichen. Katze oder Mensch, das ist hier ziemlich egal. Die Botschaft der Geschichte ist: Du findest jemanden. Ganz klar.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en