Thomas Müller:
Eule, Fuchs und Fledermaus. Tiere der Nacht

Hildesheim: Gerstenberg 2016
www.gerstenberg-verlag.de
ISBN 978-3-8369-5838-7
64 S * 16,95 € * ab 08 J

 

 

 

 

Sie wissen wenig voneinander. Hier erfahren die tagaktiven Menschen Einiges vom Leben der Nachttiere. Das ist so wunderbar gezeichnet und so geschickt aufgebaut, dass das Buch auch ohne (Vor-) Lesen ein Genuss ist. Wieder ein sehr lohnens- und lobenswertes Sachbilderbuch von Thomas Müller.

Wir schlafen, in der Nacht

 

Die Seiten sind tiefschwarz gedruckt, sodass sich die akribisch genau gezeichneten Bilder deutlich herausheben. Die Tiere stehen auf einem blass beschienen schmalen Boden und werfen zarten Schatten. Hier ragt ein Ast mit Blättern in das Bild, dort Teile eines Torriegels der Scheune. Zusätzliche Informationen geben Trittspuren, Hinweise auf den Nachwuchs, Knochen von Beutetieren, typische Nahrung, kunstvolle Behausungen.

Der Text ist in Weiß auf Schwarz im Flattersatz gedruckt und durch den eineinhalbzeiligen Abstand gut lesbar. Auch wenn er zumeist recht kurz ist, ist er anspruchsvoll formuliert (»... die langschwänzige, umtriebige Waldmaus ist oft ungewöhnlich zutraulich ...« oder »Dabei bewegt es sich unglaublich flink in wellenförmigen Bewegungen ...«) und ist eher für vorlesende Erwachsene geeignet, die den Kindern ab 4 Jahren auf Nachfragen antworten können.

Thomas Müller beginnt mit der Abenddämmerung und endet mit dem Morgengrauen, gliedert inhaltlich seine vorgestellten Tiere nach Lebensräumen: Im Dorf / Auf Feld und Wiese / Am Waldrand / Im Wald / Am See / Im Garten / In der Stadt. Dazu kommen einige Hinweise, wie man Tiere bei Nacht selbst beobachten kann (»... niemals allein gehen ... ein Erwachsener sollte immer dabei sein ...«) und welche Gegenstände dabei hilfreich sein können.
Eine Uhr mit bunten Teilringen, die zeigen, wann eins von 10 Tieren aktiv ist, ist für Kinder (wie auch für einige Erwachsene) nicht sofort nachvollziehbar. Für ein Buch, das so viel Lob verdient, ist das aber ein nur ganz kleiner Kritikpunkt.
Wie es sich für ein Sachbilderbuch gehört, fehlt auch ein Register nicht, das auf die Seitenzahlen hinweist, auf denen das jeweilige Tier vorkommt. Bei der Eule sind es 11 unterschiedliche Seiten, bei der Maus sogar 16, beim Iltis nur eine.
Die drei Schattenriss-Bilder zu Beginn und am Ende bilden einen schönen Gegensatz zu den haarfeinen Zeichnungen der Tiere im Buchinneren.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en