Helge Nyncke:
Säbelzahntiger & Bambusbär.

Ausgestorbene und bedrohte Tiere
Düsseldorf: Patmos 2005.

ISBN 3-491-42040-7.
48 Seiten.
15,90  €.

Ab 08 Jahre.

 

 

Tiere nehmen sich, was sie zum Leben brauchen, kämpfen darum oder sind schneller. Der Mensch ist da nicht anders, bis auf einen Unterschied: Er kann seine Umwelt beeinflussen, Tiere müssen sich anpassen. Das ist wohl der Hauptgrund, dass man diesen noch immer findet, viele Tiere jedoch nicht mehr.

Überleben

Helge Nyncke erklärt sehr einleuchtend und in Details oft anders, als wir es in anderen Büchern finden. So erfahren wir, dass der Tyrannosaurus Rex seinen Schwanz wohl ausschließlich zum Gleichgewicht brauchte und seine Muskeln hauptsächlich dazu dienten, seinen schweren Kopf zu halten. Dazu kam, dass er wohl nicht besonders schnell war. All das und das, was wir sowieso wissen, deutet darauf hin, dass er wohl eher Aasfresser war. Er war es, der sogar die dicksten Panzerhäute knacken konnte, wenn sie denn erst einmal vor ihm lagen.
Ähnlich werden andere Tiere vorgestellt und beschrieben, wie sie sich im Lauf ihrer Evolution so entwickelten, dass sie sich der Umwelt perfekt anpassten. Was aber geschah mit ihnen, wenn sie die Umwelt – warum auch immer – veränderte? Dann hing das gegen die Kälte hervorragend schützende Wollfell des Wollmammuts regennass im Wind: „Immer nur Erkältung – das haut den stärksten Mammutbullen um.“ Den Menschen aber nicht, denn der nutzt, was ihm die Umwelt bietet und verändert es, wenn es sinnvoll erscheint.
Aber noch schlimmer: Wenn es dem Menschen wichtig erscheint oder wenn er sorglos („dumm“) agiert, sorgt er selbst für das Aussterben einer Art. Das war so mit den Wandertauben in Nordamerika, dem Beutelwolf in Australien und dem Dodo auf Mauritius. Das könnte aber auch so werden mit vielen anderen wie zum Beispiel dem Panda, dem Blauwal, dem sibirischen Tiger.

Die sehr informativen und sprachlich angemessenen Texte sind zumeist in Rechtecken auf gezeichneten Doppelseiten integriert. Nyncke zeichnet was er beschreibt, und zwar sehr überzeugend und realistisch. Das Tier ist immer im Mittelpunkt, entweder ohne Hintergrund mit wenigen Accessoires, oder aber mit dezent gestaltetem Hintergrund.
Fast hinterlistig taucht im Text trotz anderer Überschrift der Mensch mehrmals auf und seine Überlegenheit gegenüber den tierischen Wesen. Er selbst taucht nicht im Bild auf. Wir wissen schon, dass er der Überlegene ist. Aber kann auch freundlich sein und zugunsten von Konkurrenten verzichten, wenn es denn diesem das Überleben ermöglicht, ja, er kann ihm sogar auch noch beim Überleben helfen.

Wenn er will.