Toni & Slade Morrison  & Pascal Lamaître:
Das Buch der Bösen.

Aus dem Englischen von Harry Rowohlt.
Düsseldorf: Sauerländer bei Patmos 2005.

ISBN 3-7941-5070-8.
32 Seiten.
14,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Ganz auf sich selbst angewiesen ist der kleine Hase, denn in seinem Kopf sind alle um ihn herum BÖSE, selbst die Eltern, sogar die Großeltern, von den mobbenden Hasen in seinem Alter ganz zu schweigen. Was ist zu tun?

Das Böse ist immer und überall

Das Böse, so dieses Buch, kann überall sein. Egal ob es groß ist oder klein, bekannt oder unbekannt. Es gibt welche, die lächeln, wenn sie böse sind, aber andere machen auch ein böses Gesicht. Und einige brüllen, wenn sie böse sind, während andere flüstern.
Soweit der objektivere Teil. Der subjektive beginnt, wenn der kleine Hase die Bösen mit Namen belegt: Großeltern, Mutter, Bruder, Lehrer, Babysitterin – alles Personen aus seiner Nähe. Von diesem Moment an ist er allein, muss sich durch eine feindliche Welt selbst durchschlagen gegen das Böse, vor allem wenn es lächelt.
Das hindert ihn, der so stark ist, aber nicht, selbst zu lächeln. Seine Augen schauen dabei sehr offen und freundlich. Denn das ist der Unterschied von Lächeln zu Lächeln. Aber das gute Lächeln ist allein, und das ist in Wirklichkeit nicht gut.

Lemaître zeichnet mit einfachen Formen. Der Hase trägt Menschen-Kleidung und hat lange Ohren, die den Situationen gemäß abknicken, sich verknoten, abwehrend sich abwenden, nicht wissen, was sie tun sollen. Ihm zur Seite ist ein kleiner Hund, der im Text jedoch keine Beachtung findet. Ansonsten ist er ALLEIN. Nirgends ist etwas GUTES, alles ist BÖSE, wie es auch der Titel des Buches verspricht, das er auf fast allen Bildern mit sich trägt: „Das Buch des Bösen“ steht darauf. Wie der Titel des Buches selbst.

Dass der kleine Hase da so stark raus kommt, ist selbstverständlich eine Botschaft. Und dass das Kind, dem gerade vorgelesen wurde, zum Vorlesenden sagt: „Ich liebe dich. Du bist gar nicht böse.“ ist die andere. Die dritte ist die Widmung des Illustrators: „Für Manou, meine Lieblingsböse“. Die vierte die Widmung der Nobelpreisträgerin und ihres Sohnes, sie gibt Mut: „Für alle tapferen Kinder überall“ (mit einer kleinen Drohung gegen die Bösen: „Ihr wisst, wer ihr seid“ – die große hieße: "Wir wissen ...“!).