Anthony Browne:
Meine Mama.

Aus dem Englischen von Peter Baumann.
Oldenburg: Lappan 2005.

ISBN 3-8303-1088-9.
32 Seiten.
12,95  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Meine Mama ist meine Mama. Sie ist immer für mich da und löst alle Probleme und ich liebe sie. Und sie liebt mich.

Kuschelmama

Viele bunte Frühlingsblumen führen durch das Buch. Sie zieren den Buch-Innenumschlag, Mamas Morgenmantel, das Oberteil ihres Tutus, die Schmetterlingsflügel, den gemütlichen breiten Sessel, die Schleife, sogar die Krawatte und das Cape von Supermama.
Und Herzen gibt es eine ganze Reihe, sei es als Blütenform oder auf Supermamas Brust, sei es als Clownsnase, wenn Mama „mich zum Lachen“ bringt: „Immer wieder.“ Sie steckt sich dann sogar die Daumen in die Ohren und wedelt mit breit gefächerter Hand. Sie ist sich nicht zu schade dazu, denn meine Mama liebt mich.
Ein immer wieder kehrende Satz erfährt je eine Steigerung: „Sie ist nett, meine Mama.“ „Sie ist WIRKLICH SEHR nett, meine Mama.“ und dann ist auch noch „sehr, sehr nett“. Wer um Himmels willen hat in der Übersetzung „nett“ vorgeschlagen und warum ist der Übersetzer darauf eingegangen? Nett. Das war eine nette Überraschung. Du bist sehr nett zu mir. Ein nettes Buch. Bah. Eine Mutter ist nicht nett. Die ist lieb, die sorgt sich um mich, die ist meine Heldin und die ist alles das, was auch im Buch steht. Aber sie ist nicht nett. Auch nicht sehr, sehr nett.

Browne zeichnet die Mutter mit ganz runden Knopfaugen, nicht ganz schlank, rote Bäckchen und eine Fülle von nicht ganz gebändigten welligen Haaren. Mutig sind die Gegenüberstellungen von Engel und Löwe (männlich), von Schmetterling (die Raupe hat das Gesicht der Mama und ihren blass blau gestreiften Unterzieh-Pulli) und Kuschelsessel, von „Kätzchen“ (eine Katze ist das nicht, so süß kann man nur ein Kätzchen sein) und fotorealistisch gezeichnetem Nashorn, das deutlich Mamas Auge hat. Selbst als Astronautin oder als Chefin im Nadelstreifen-Anzug trägt Mama ihre rosa Hausschuhe mit dem weißen Puschel auf dem Rist.

Für die Vorleser hat Browne die Marilyn Monroe Szene auf dem Lüftungsschacht über der New Yorker U-Bahn parat und vielleicht auch Mutter als Gärtnerin (mit grünen Fingern), bei der selbst Fisch-Pflanzen im Topf gedeihen.

 Nach dem LesePeter-Buch vom Dezember 2004 "In den Wald hinein" hier im Ganzen etwas zu süß geraten oder - wie man auch sagen könnte - nett.