Emilio Urberuaga:
Sara im Urwald.

Aus dem Spanischen von Danielle Heufemann.

Zürich: bohem press 2004.

ISBN 3-85581-411-2.
32 Seiten.
12,80  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Wie sieht wohl ein Tier aus, das zugleich eine Giraffe, ein Zebra, ein Elefant, ein Flusspferde, ein Krokodil, ein Chamäleon und ein Strauß wäre? Sara probiert es aus – Gottseidank nur in einem Traum.

Hast du das, fehlt dir jenes

Wie selbstverständlich lebt Sara im Urwald, schläft auf einem dicken Ast, sitzt des Abends in ihrem Korbsessel bei Kokosmilch aus dem Tetrapack und leichter Beleuchtung durch Mond und Tischlampe. Tagsüber besucht sie ihre Tierfreunde, denn Sara ist so etwas wie Tarzan, oder wenigstens Jane.
Die Tiere klagen Sara ihr Leid, jedem missfällt etwas. Der Elefant möchte gern ein Uhu sein und durch die Luft gleiten, das Zebra wäre gern ein Chamäleon, das Krokodil möchte gern fliegen können wie der Adler und die Giraffe hätte lieber einen kurzen Hals, so wie ihn das Zebra hat.
Sara fällt zu jedem Fall sofort etwas ein, was die Tiere dazu führt, dankbar mit ihrem Schicksal zu sein. Das Zebra könnte nicht mehr über die Steppe laufen, sondern stattdessen Insekten fangen, das Krokodil könnte nicht mehr schwimmen und sich am Flussufer sonnen, der Elefant müsste den ganzen Tag auf einem Ast hocken und in der Nacht vielleicht auch noch. Nein, das wollen alle nicht.

Und wie Urberuaga die neuen Tiere malt! Köstlich, wie der Elefant mit zwei Flügeln statt der Vorderbeine über dem Ast hängt und das Flusspferd versucht, mit einem Schnabel Grünfutter zu kauen.
Fast nebensächlich kommen die vielen Dinge zum Schmunzeln: die Steppe heißt Weide und befindet sich offensichtlich gleich neben dem Urwald, Sara schläft zwar auf dem Baum, hat aber ihr gestreiftes Kopfkissen dabei, wiederum aber keine Zudecke, sondern deckt sich mit einem großen Blatt zu. Am Ast hängen zwar Küchenutensilien, die aber wohl nicht genutzt werden. Die Leiter, auf der Sara in Augenhöhe mit dem Giraffenkopf steht, fällt nicht um, obwohl sie senkrecht auf der Erde steht.
Die Welt ist eben, wie sie ist. Da muss man nicht nachfragen oder sie verändern wollen.

Das weiß auch Sara nach ihrem Traum, in dem eine Maschine das perfekte Tier geschaffen hatte, sehr genau. Sara lächelt.