Heike Ellermann & Wolfram Hänel:
Der Sonnenmann.

Weinheim: Beltz 2005.

ISBN 3-407-79340-5.
26 Seiten.
12,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Seit Tagen ein miesepetriges Wetter. Die Erwachsenen hasten durch den Regen, die Kinder sitzen vor dem Fernseher und schauen sich Bilder von „Palmen und Segelbooten“ an. So kann es doch nicht bleiben!

 

Gute Laune schaffen

Natürlich kann es so nicht bleiben. Dass es anders wird, haben wir Hilkje zu verdanken. Die sitzt nämlich und beginnt zu malen: „Ein Kreis mit ein paar Sonnenstrahlen, zwei Beine und zwei Füße. Und jetzt noch zwei Augen, eine Nase und einen Mund, der lacht von hier bis da übers ganze Gesicht ...“. Und farbig ist er selbstverständlich auch. Und es bleibt nicht bei einem, denn allein ihr Vater nimmt drei davon mit ins Großraum-Büro, steckt seine ganzen Mitarbeiter an, die sich auch einen Sonnenmann malen.
Währenddessen produzieren Hilkje und Janne, ihre Freundin, Unmengen von Sonnenmännern, hängen sie in der ganzen Stadt aus. Alle Menschen, die einen Sonnenmann sehen, werden sofort fröhlich, lachen, sogar Oma am Telefon, nachdem Hilkje ihr beschrieb, wie man einen Sonnenmann malt. Da leuchtet doch glatt ein Regenbogen im dunklen Himmel!

Heike Ellermann erschafft ihre Bilder, indem sie Fotos benutzt, diese auch als Collage verarbeitet, mit milchigem Papier teilweise überdeckt und sie kräftig mit Pastell-Stift verfremdet, so dass von dem ehemaligen Original wenig übrig bleibt. Den Sonnenmann lässt sie ein kleines Mädchen zeichnen, wie es nur kleine Mädchen zeichnen können: Freche große Augen, ein Mund von Auge zu Auge und Strahlen, die sich sogar aus dem Zeichenblatt heraus einen Weg auf den Tisch bahnen. Dazu mutig Farben gegeneinander gesetzt und keine Rücksicht auf korrektes Ausmalen genommen.
Das färbt dann gleich auf der nächsten Seite einige Regenschirme schon mal bunt und einige Personen bekommen in dem grauen Schmuddelwetter schon einmal ein paar Farbtupfer. Die Farbigkeit wird mit jedem Bild erweitert, bis die ganze Stadt bunt ist, große Plakate mit Sonnenmännern die Hauswände zieren und selbst bei Oma am Telefon fernab scheint allein durch das Berichten vom Sonnenmann durch das Fenster ein Regenbogen im fast schwarzen Himmel. Und dort versteckt Ellermann auf dem Fensterrahmen auch noch eine Widmung.

Ein schönes Buch mit einer ebensolchen Botschaft!