Bertrand Ferrier & David Koskas: Zwei Brüder. Ein Dschungel-Abenteuer

nach dem Film von Jean-Jacques Annaud

Hildesheim: Gerstenberg, 2004

ISBN 3-8067-5075-0
70 Seiten,
12,90 €

ab 12 J

 

Die anrührende Geschichte von zwei Tigern aus Indochina, die sehr jung getrennt werden, sehr unterschiedlich aufwachsen und – als sie sich wieder treffen – nicht wie von Menschen geplant aufeinander losgehen.

Zwei Tiger

Das Buch zum Film. Das klingt schon mal so, als hätte das Ganze keinen Tiefgang. Aber die Geschichte nimmt den Leser von Beginn an gefangen. Da ist die Aufmachung mit den vielen Hochglanz-Fotos, zum Teil ganzseitig.
Da gibt es die Unterteilung der Geschichte in übersichtliche sechs Kapitel mit Über- und Untertiteln, so dass man weiß oder zu Beginn mindestens ahnt, was einen im Folgenden erwartet. Allerdings wechselt nach dem ersten Kapitel öfter Ort und Zeit, ganz wie es der Roman oder der Film fordert. Das ist für die Buch-Leser irritierend, wenngleich es selbstverständlich der Spannung dient. Vielleicht hätte hier das den Film begleitende Buch von der Erzähl-Struktur abweichen sollen.

Sowieso gibt es neben dem guten Gesamteindruck eine Reihe von Kleinigkeiten, die zu kritisieren sind. Einige waren bereits genannt, andere sind zum Beispiel: Jedes Einzel-Bild braucht wenigstens ein wenig Platz (sehr lästig, sie optisch auseinander zu bekommen!). Die zusätzlich gezeichneten Bilder auf den Kapitel-Blättern wie im Text schaffen zwar eine zusätzliche Dimension, sind aber ansonsten entbehrlich – es sei denn, dass sie wirklich Übersichten schafften. Das soll aber potentielle Käufer keinesfalls abschrecken, denn es gibt neben der sehr komfortablen Ausstattung des Buches (auch) eine gute Moral (der Geschichte).

Moral der Geschichte? Tigerbrüder sind Brüder und eine Tigermutter ist eine Mutter.
Oder: Blut ist dicker als Wasser.
Da ist gewiss was dran.

 

Ein gutes Buch für alle, die den Film gesehen haben, diesen mindestens für GUT befunden haben und sich noch einmal erinnern wollen. Für alle anderen gibt es auch die Geschichte als Geschichte. Die Rezension dazu steht auch im Internet. Auch bei der AJuM.de.