Franz J Schaudy & Theres Cassini:
Kewpie & Johnny in Venedig.

St. Pölten: NP 2004.

ISBN 3-85326-289-9.
48 Seiten.
17,90  €.

Ab 05 Jahre.

 

 

18 Gedichte links, 18 Fotomontagen rechts: Der Tod in Venedig wurde schon mal beschrieben, allerdings nicht der von einer Katze. Venedig, der Kater Johnny, viele Tauben, der Markus-Löwe und die Katze Kewpie. Schön und zugleich verstörend. Allerdings (nur) für Erwachsene.

Der Tod einer Katze

Die Katze namens Kewpie erzählt in 18 Gedichten, die je auf der linken Seite zentriert und zum Teil kursiv (wenn gereimt) abgedruckt sind, den langen Tod des Katers Johnny. Die rechte Seite ist den hervorragend gestalteten Fotomontagen vorbehalten, auf denen (fast) immer beide Katzen eine oder mehrer Rollen einnehmen.
Von Anbeginn an wird klar, dass hier jemand seine eigenen Erfahrungen einbringt. Das ist legitim, das ist sogar oft notwendig, wenn die Geschichte glaubhaft sein soll. Hier allerdings wird fast ausschließlich verarbeitet – und das ist ein sehr persönlicher Bereich. Der ist wahrscheinlich noch viel wichtiger, aber der ist eben privat. Wenn es nicht gelingt, diesen privaten Bereich zu verallgemeinern, dann bleibt er eben, wie er ist, privat nämlich.

 Dies ist ein privates Buch.

 Dies ist ein tolles Buch wegen seiner 17 Gedichte und ein tolles Buch wegen seiner 17 tollen Foto-Collagen. Aber es bleibt (leider) ein privates. – Geeignet für Personen in ähnlichen Situationen (also wenigen) oder für solche, die sich darein versetzen können, wollen.
Sehr unverständlich für die, die sich keine Haustiere oder eigene Kinder anschaffen, weil sie befürchten, dass sie um eben diese irgendwann vielleicht weinen könnten. Die sind arm dran.

 Insofern ist dieses Buch reich.