Horst Künnemann & Mario Grasso:
Die schönsten Märchen aus 1001 Nacht.

Oldenburg: Lappan 2004.

ISBN 3-8303-1070-6.
240 Seiten.
24,95  €.

Ab 05 Jahre.

 

 

Geschichten aus einer Gegend, die die Karte auf dem Buch Innendeckel umreißt von Marokko bis Afghanistan. 24 Geschichten erzählt Künnemann nach, umgibt sie mit einer Einleitung und einem dreifachen Ende, wobei er zumindest die „Orientalischen Genüsse“ aus eigener Anschauung kennen dürfte.

Wahr oder unwahr ist nicht die Frage

Märchen zu erzählen / Märchen zu hören ist eine Freude. „Ob die Geschichte wahr oder erfunden war, spielte keine große Rolle …“ schreibt Künnemann in seinem Vorwort „An die Kinder“. Und so erzählt er selbst anschließend nach Herzenslust all die Geschichten, mit denen er und so viele andere Europäer mit der Welt des Fremden in Berührung kamen.
To begin with the begin: Scheherazade kommt zuerst, die Rahmenhandlung, die diese Sammlung überhaupt erst möglich macht. Nur wenn sie dem Sultan Scheherban die Fortsetzung ihrer Erzählungen abtrotzen kann, darf sie am Leben bleiben und ihn eventuell sogar heiraten.
Es folgen bekannte und weniger bekannte Märchen von Sindbad, Ali Baba, Aladin über Hassan auf den Wak-Wak-Inseln, Kämpfende Frauen, Vom Stier und vom Esel.

Der Text ist zweispaltig gesetzt und mit einer kleinen Kalligraphie am äußeren Seitenrand durchnummeriert. Keine Seite ist zu finden, die nicht mindestens eine kleine Vignette hätte, meist sind jedoch sehr gefällige Zeichnungen, die den Text unterbrechen, ihn gliedern. Das sind sowohl „Muster“, die aus dem Verbot der Darstellung von Allah hervorgingen, als auch Illustrationen zu den Geschichten selbst: Wesen mit extrem langem Bart, Karawanen, Lastesel, Oasen, Wüsten.

Immer mal wieder wird – wie im doppelten Vorwort vorgemacht – eine oder auch zwei gefärbte und mit einer Banderole versehene Seiten eingefügt, die die Geschichte erläutert oder ihr eine zusätzliche Dimension verleiht.
Das macht auch das elfseitige Glossar sowie das, was wir in unserer Küche selbst nutzen oder im Basar von Istanbul schnuppern dürfen: Gewürze, Tee, Weihrauch.

Die Aufmachung des Buches folgt den Hausbüchern des Verlags, also ein kurzer Einband aus Leinen und ein fühlfreundlicher Buchdeckel. Das ist nicht unwichtig, aber das Buch spricht auch ansonsten für sich. Selbst beim ersten Durchblättern und Anlesen.