Ole Könnecke:
Anton und die Mädchen.

München: Hanser 2004.

ISBN 3-446-20509-8.
32 Seiten.
10,90  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Machos und Angeber sind nicht gefragt bei den Mädchen. Die kümmern sich lieber um die, denen ein Missgeschick passierte. Das erfährt Anton. Wie wird es mit Lukas sein?

Angeber

Extrem kurze Sätze: „Anton ist toll.“ Umblättern. „Anton hat einen Eimer.“ „Anton hat eine Schaufel.“ Ja, hält das Buch / der Autor denn die Kinder für „Idioten“? Selbstverständlich nicht, er bringt Dinge nur auf den Punkt. Anton wird lernen, dass man nur dann Freunde gewinnt, wenn man ehrlich ist zu sich und den anderen. Und dazwischendrängeln ist sowieso ein schwieriges Geschäft. Schaufel, Auto, Eimer beeindrucken eben manchmal nicht.
Anton kann von Glück sprechen, dass ihm ein Unglück passiert, denn damit wird er aufgenommen in die Gemeinschaft.

So einfach wie der Text sind Könneckes Bilder. Das sind sie natürlich nicht, aber sie schauen so aus, haben ein Gefühl von 1950, vielleicht. Viel freie Fläche, rotbraune Töne, sehr klare und beinahe karikaturhafte Personen mit Punkt-Punkt-Rechteck-Strich-Gesichtern und Füßen, wie sie Charles M. Schulz für Charlie Brown zeichnete.
Könnecke braucht ebenfalls nur wenige Dinge, um seine Geschichte zu erzählen: Anton, zwei Mädchen, ein Sandkasten, Schaufel, Auto, Kegelstumpf-Sandtorten, ein Zweig, ein Stuhl, eine Rutsche. Wegzulassen ist ein schwieriges Geschäft, das hier hervorragend gelingt.

Und eine Botschaft hat die Geschichte auch noch. Früher sagte man dazu „Moral“. Das ist ein gutes altes Wort, das zu diesem noch besser passt.