Paul Friester (Text) und Philippe Goossens (Bilder):
Heule Eule.

Gossau Zürich: Nord-Süd 2004.

ISBN 3-314-01300-0.
32 Seiten.
12,80  €.

Ab 03 Jahre.

 

 

Die kleine Eule kann gar nicht aufhören zu weinen. Alle Versuche der Waldtiere, ihr zu helfen, misslingen. Ja, warum weinst du denn nun?

Wein’ doch

Die Antwort zum Schluss ist nicht nur überraschend, sie ist auch sehr bekannt. Das widerspricht sich nur scheinbar, denn man ist auf das Naheliegende nicht gefasst. Die kleine Eule heult nicht etwa wegen des Reims (schön vorzulesen!!!), sondern sie heult, weil sie, weil sie, ach, sie hat es ganz vergessen! Wahrscheinlich war es ein nichtiger kleiner Anlass, aber das Heulen hat sich selbstständig gemacht. Man heult auch schon mal, weil man heulen WILL und / oder nicht mehr aufhören KANN. Das ist so ähnlich wie ein Lachkrampf – nur weniger angenehm.

Philippe Goossens (er erhielt den LesePeter der AJuM der GEW für „Eva im Land der verlorenen Schwester“ im April 2004) darf doppelseitig oder wenigstens auf der rechten, der schönen Bildseite zeichnen. Die Leinwand scheint oft genug durch und verschafft seinen Tieren einen zusätzlichen Reiz. Hach, wie dämlich schauen Hirsch und Hase, wie starren Maus und Dachs und Fuchs, Eichhorn und Igel und Wildschwein! Wie riesig ist der Rabe und das Eichhörnchen und der Maulwurf gegen die kleine Eule, die immer noch weint. Wie groß sind die Augen der kleinen gegen die Größe ihres Körpers / ihrer kleinen Flügel!
Aber: Keine Versprechungen können ihr helfen, keine Drohungen können sie einschüchtern. Eule heult. Erst Mutter kann sie beruhigen. Ja, wie menschlich!

Heule Eule! klingt ja nicht gerade psychologisch aufbauend, sprachlich aber doch recht hübsch. Das finden auch die Kinder ab 3 Jahre, denen das Buch vorgelesen wurde.