Claude K. Dubois:
Akim rennt

Aus dem Französischen von Tobias Scheffel
Frankfurt: Moritz 2013

www.moritzverlag.de

ISBN 978-3-89565-268-4
96 S * 12,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

Die Geschichte lebt vom Engagement der Illustratorin, die auch den Text schrieb. Sie beschreibt eine kurze Phase eines kleinen Jungen, der in einer kargen Gegend lebt, Syrien vielleicht. Man weiß, dass Krieg ist, aber als die Flugzeuge über das kleine Dorf fliegen, ist er wirklich da. Wir verfolgen genauso aufgeschreckt, wie dieser kleine Junge, jetzt entwurzelt und plötzlich allein, versucht, dieser Situation zu entkommen.

Glück, Unglück, Leben, Suchen

Erst ein Text, dann anschließend wenige Bilder, die genau diesen Text visualisieren. Einige Male sind es sogar zwanzig Zeichnungen, die dramatisieren und bewegen. Bilder sind noch wahrer als Texte, und da diese eher Skizzen sind, mit schwarzem oder Rötel farbenem Stift schnell hingeworfen, so als wären sie in den Momenten des Anhaltens, während man Luft schnappt nach einem kurzen Lauf zwischen den Häusern, entstanden, bevor man die nächste kurze Etappe zwischen den Bombenabwürfen abschätzt. Wir sind mitten drin.
Akims Haus ist zerstört, alle rennen durcheinander, keiner weiß so recht, wohin. Mehrfach wird dem kleinen Akim eine Hand hingehalten, doch der Mann läuft zu schnell, die Frau muss sich auch um ihre eigenen Kinder kümmern. Und die Soldaten, die mit ihren Lastwagen kommen, suchen Jungen, die sie in Uniformen stecken können. 

Kann man, darf man Kindern im »Bilderbuchalter« solch ein Thema zumuten? Man muss! Sie haben ein Gespür dafür, nicht nur dankbar zu sein, dass nicht sie in Akims Haut stecken, sie empfinden auch unmittelbar Mitleid mit ihm, möchten helfen und würden ihn gern bei sich zu Hause aufnehmen. Vielleicht bleibt ein bisschen von dieser Empathie übrig, wenn unsere Kinder größer werden.

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en