Regina Kehm:
Das literarische Kaleidoskop

Reihe: Die Bücher mit dem blauen Band
Frankfurt: KJB 2013

www.fischerverlage.de

ISBN 978-3-596-85618-3
220 S * 16,99 € * ab 03 J

 

 

 

 

Eine ganz spezielle Art von Humor, den man offensichtlich und unvermutet in der Welt der Literatur findet, hat Regina Kehn zusammengetragen, in ein Ganzes gefügt und auf eine ebensolch spezielle Art illustriert. Es liegt also kein «Bilderbuch» im traditionellen Sinn vor, kein Buch für kleine Kinder. Aber wer sich als 12-jähriger Mensch traut, wird weder die Geschichten noch die Darstellung leicht vergessen.

Die Symmetrie des Spiegelbilds im Spiegel

Ein Kaleidoskop wird normalerweise als Spielzeug genutzt. Drei an den Längskanten sich berührende Spiegel in einem Rohr spiegeln einige bunte Objekte, die ihre Lage durch Bewegung des Rohrs verändern und damit ein sich ständig veränderndes symmetrisches Farbenbild erzeugen. Hier sehen wir Ausschnitte der Welt durch solch ein Gerät.
Die bunten Objekte sind hier keine Glasstücke, sondern kurze Text renommierter Autorinnen und Autoren, von Rose Ausländer bis Paul Zech. Die Gebrüder Grimm sind vertreten und Theodor Storm, Christian Morgenstern und Franz Kafka. 17 «Objekte» sind insgesamt bebildert, gefolgt von den schlicht in Lettern gedruckten Texten, kurzen Vitae, einem Quellenverzeichnis.
Da haben wir aber schon alle Texte gelesen, denn sie würzen die Bilder von Regina Kehn. Sie benutzt dabei unterschiedliche, aber bekannte Schrifttypen, schreibt aber in leicht krakeliger Schrift und dickem Strich auch selbst.
Ihre Bilder passt sie den unterschiedlichen Texten an. Mal graue, triste Stadt, mal farbiger Garten im chinesischen Stil mit vielen Einzelheiten und rotem Stempelsignum, mal düster und Furcht einflößend, mal kindlich bunt, wenn von Hase und Fuchs die Rede ist. 

Wie jedes «Kaleidoskop» liefert auch dieses einen kleinen «Kosmos», so wie die Illustratorin die Welt sieht, vielleicht. Das Lesen und Schauen kann durchaus positiv beitragen, die eigene Weltsicht ein bisschen zu verändern. Die Richtung kann auf keinen Fall schaden.

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en