Jutta Bauer:
Der Bote des Königs

Hamburg: Aladin 2013

www.aladin-verlag.de

ISBN 978-3-8489-1006-9
28 S * 8,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

Der Weg ins Nachbar-Königreich ist nicht sehr weit, aber wenn unterwegs die eigene Hilfe ein ums andere Mal benötigt wird, muss die Botschaft noch etwas warten. Am Ende fragt man sich, warum der sympathische Bote wohl losgeschickt wurde.

Helfen ist wichtiger

Den König zeichnet Jutta Bauer als Schwein. Es geht auf zwei Beinen und trägt eine goldene Krone mit rotem Innenhut sowie einen roten Mantel mit Hermelinbesatz. So etwas tragen Könige eben. Die Tierart, die den Boten spielt, ist nicht unmittelbar zu erkennen, später werden wir wissen, dass es wohl ein Murmeltier sein muss, das die Geschichte mit wenigen Wörtern selbst erzählt.
Wie es sich für einen Boten gehört, ist er sportlich angezogen mit roter Trainingshose und einem langärmligen Oberteil, das im Lauf der Bilder allerdings sein Aussehen ändert: von Gittermuster zu Weiß zu blassblaue große Punkte auf Weiß zu blassblauen-weißen Längsstreifen zu stumpfem Hellgrün.
So wie sich das Hemd ändert, so erlebt der Bote immer neue Situationen, in der seine Hilfe gefordert wird, die er auch gern gibt. Am Ende der Geschichte fragt man sich, ob sein Auftrag nicht vielmehr lautete, etwas Aufregendes im Königreich mit den Untertanen zu erleben, damit der König ein wenig unterhalten werden kann.

 

Eine sehr sympathische Figur hat Jutta Bauer sich ausgedacht. Ein bescheidener Mensch, der die Botschaft des Königs nicht aus den Augen verliert, aber dennoch weiß, was im Moment noch wichtiger ist, als ein gerolltes Stück Papier von hier nach dort zu befördern. Wenn ein Eichhorn sich böse verletzt hat, muss es selbstverständlich ärztlich versorgt werden, und wenn eine gestresste Mutter einmal Ruhe vor ihren acht Kindern in verschiedenem Alter haben muss, dann muss sich jemand anderes wenigstens für eine Weile um die Kleinen kümmern.

Das verstehen auch Kinder ab (oder auch kurz unter) drei Jahren, und dass man dabei auch noch die Liebe seines Lebens finden kann – wer weiß, vielleicht sollte man im Kindergarten den anderen Kindern auch mal helfen ...

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en