Benjamin Lacombe & Sébastien Perez:
Lisbeth, die kleine Hexe

Aus dem Französischen von Stefanie Schäfer
Berlin: Jacoby & Stuart 2013

www.jacobystuart.de

ISBN 978-3-942787-10-9
36 S * 16,95 € * ab 04 J

 

 

 

 

«Veneficarum stirpis» heißt der Stammbaum am Buchende, auf dem wir neben einigen illustren Frauen der Weltgeschichte oben rechts unsere Lisbeth sehen. Sie lernt im Lauf der kurzen Geschichte etwas über sich selbst kennen, denn sie hat die Gabe ihrer Großmutter. Sie ist Hexe, Seherin. Ihrer Großmutter ist es gar nicht Recht, dass Lisbeth ihr wahres Wesen erfährt, aber was soll man machen? Hexen sind nicht notgedrungen böse Wesen.

Venefica

Wir sehen auf dem wunderbar gestalteten «Veneficarum Stirpis» (venefica = Zauberin, Hexe, Giftmischerin, stirpis = Wurzelstock, Stamm) auf dem Abspann wie Jean d’Arc, Mona Lisa, Isis und 10 weitere Frauen, eine davon ist Lisbeth. Wie üblich muss sie per Bahn über Weihnachten zu ihrer Oma Olga reisen, da ihre Eltern, Besitzer des größten Kaufhauses der Stadt, keine Zeit für sie haben. Das ist nicht gut, aber es gibt dort ja nicht nur die Großmutter, sondern auch den Nachbarsjungen Edward und den Boden, auf dem sich Bücher befanden, von denen offensichtlich mindestens eins befindet, das wohl geheimnisvoll ist, jedenfalls ist Großmutter stark erzürnt und nimmt ihr das Buch weg.
Wie wir später erfahren, wollte Oma Olga wohl nicht, dass Lisbeth ihr wahres Ich erfährt. Aber so etwas kann man nicht verhindern, denn als Edward spurlos verschwindet, entwickeln sich Lisbeths Fähigkeiten fast von allein. Damit erklärt sich auch die Freundschaft zwischen Lisbeth und ihrem schwarzen Kater Sokrates.

 

Sehr beeindruckende und auffällige Bilder gibt Benjamin Lacombe der Geschichte mit. Lisbeth in dunkelroter, fast schwarzer Kleidung, sehr akkurat gekleidet und mit ebensolcher Haarfrisur und den langen roten Haaren. Auf dem schmalen Hals sitzt der etwas zu große Kopf mit den riesigen Augen, die auch die anderen Personen kennzeichnen. Die Nasen aller Personen sind kaum hervorstehend, haben keinen Schwung und machen die Gesichter zusammen mit den geraden Blicken merkwürdig klar und starr.
Die Bilder beanspruchen mindestens eine ganze Seite, geben dem recht ausführlichen Text entsprechenden Raum. Anstatt eines Initials ist gleich das ganze erste Wort (oder auch zwei, sogar drei Wörter) in schnörkeligen, märchenhaft anmutenden Lettern gesetzt und mit einer kleinen Zeichnung versehen: eine Tasse mit heißer Schokolade, eine Nachttischlampe mit zwei Büchern und einem Gebiss in einem Glas, eine Christrose.

Mit Recht steht «Lisbeth, die kleine Hexe» auf der Auswahlliste zum LesePeter Bilderbuch und bekommt 5 von 5 Sternen.

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en