Harriet Russell:
Unmöglich?!

Aus dem Englischen von Ulrike Becker
München: Kunstmann 2013

www.kunstmann.de

ISBN 978-3-88897-873-9
94 S * 16,95 € * ab  J

 

 

 

 

Nicht nur Paradoxien und Unsinn, sondern auch eigenes Belügen führt uns hier zum Nachdenken. Bilder und Fragen zeigen uns, dass wir eventuell viel wissen, uns aber nie sicher sein können. Vieles ist unmöglich, oder scheint es uns nur so, weil wir selbst nicht außerhalb von uns stehen können? 60 Anstupser zum Nach-Denken.

Huhn oder Ei

Die Zeit der Aufklärung führte uns dazu, uns nicht mehr nur auf Aussagen von anderen zu verlassen, sondern mit unseren eigenen Sinnen infrage zu stellen, zu hinter-fragen, nachzuschauen. Das führte nun allerdings dazu, dass wir eine Augen-Wirklichkeit als wahr zu erkennen meinten. Dabei gibt es doch so viele Beweise, dass vor allem die räumliche Darstellung auf der Fläche viele Fallstricke bereithält. Der berühmte Satz unter seinem Bild «Ceci ne pas un pipe» von René Magritte wurde erst richtig wahr, als der Künstler fragte, wie man denn Tabak einfüllen könne in diese auf einem Blatt gezeichnete Pfeife.

Von dieser Art sind die Unmöglichkeiten, die Harriet Russel darstellt und entsprechende Hinweise zum Nachdenken gibt. Wenn wir sie sortieren müssten oder Überschriften finden, so bieten sich an: die Gerade und der Raum / die Zeit / Reelle oder periodische Zahlen im Rahmen von Unendlichkeiten der Mathematik / echte Unmöglichkeiten wie «brennendes Eis» oder «bergauf fließendes Wasser» / Paradoxien wie «Huhn oder Ei?» / Raumbilder auf einer Fläche (Beispiel: unendliche Treppe). Da sind wir dann auch bei Sinnestäuschungen, die vor allem das Auge betreffen, aber auch solch «alberne» Fragen wie: Welche Farbe hat gestern? Ist ein verlorener Handschuh, der gefunden wird, ein verlorener Handschuh? Auch die wörtliche Bedeutung von Sprichwörtern (aus allen Wolken fallen / Wo sagen sich Fuchs und Hase Gutenacht? / eine lange Leitung haben) sind Teil der Unmöglichkeiten.

Alle Bilder können als Ausgangspunkt für philosophische Betrachtungen dienen, bei denen die Kinder – auch schon ab 3 Jahren – ganz bestimmt wichtige Fragen oder Lösungsvermutungen liefern können, vorausgesetzt, man schaut mit ihnen gemeinsam und hilft ein wenig, ohne eigenes «Glauben» mit einfließen zu lassen. Wer «erziehen» will, gibt dem Kind Zeit und Gelegenheit für eigene Meinung. Was er selbst machen kann, ist: Raum geben. Nötigenfalls auch auf einer Fläche.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en