Isabel Abedi & Joëlle Tourlonias:
Lena und die spukigen Gruselinos

Würzburg: Arena 2013

www.arena-verlag.de

ISBN 978-3-401-70114-1
32 S * 12,99 € * ab 03 J

 

 

 

 

Auch sogenannte «dicke» Freundschaft wird manchmal auf eine harte Probe gestellt. Lena und Lino wollen beide «Boss» sein beim geplanten Schabernack beim Nachtfest im Kindergarten, können sich aber nicht einigen. So plant jeder selbst mit je einem anderen Partner, aber das kann selbstverständlich nicht wirklich gelingen.

Dicke Freundschaft

Die eine Bande soll «Die zwei Gruselinos» heißen, die andere «Die spukigen Zwei», am Ende gibt es aber nur eine, und die heißt «Die spukigen Gruselions». Bis es dahin kommt, vergehen aber manche weggedrückte Träne, geballte Wutfäuste, tiefe Enttäuschungen und diverse Traurigkeiten.

Der relativ lange Text von Isabel Abedi ist so in die Bilder integriert, dass freie Flächen genutzt werden, und er ist so klein gedruckt, dass vorlesende Menschen ab 40 Jahren wohl ihre Lesebrille aufsetzen müssen. Dafür trifft er sowohl den Ton als auch die Gefühle der Kinder, die in ihrem letzten Kindergartenjahr sind.

Das trifft auch für die Bilder von Joëlle Tourlonias zu, die bereits auf dem Titelbild andeutet, dass es sich um eine Taschenlampen-Nacht-Aktion handeln wird, sieht man doch die beiden bekanntesten Hand-Schattenbilder «Hund mit Schnauze» und «Vogel mit Flügel», aber auch Lena und Lino. Sie erschafft die Menschen mit schnellen und wenigen Strichen, die Nasen ragen stupsig aus dem Gesicht, der Mund ist sehr tief gesetzt, sodass für das Kinn noch kaum Platz bleibt. Die Augen sind ganz dunkelbraun, dunkler noch als die Haare, und bestehen aus je zwei Klecksen, Gefühle werden eher durch die Augenbrauen und die Armhaltungen ausgedrückt. Zwei starke kleine Persönlichkeiten sind Lena und Lino, die sich gegenseitig anziehen und die beiden anderen Kinder eher nutzen, vielleicht, weil sie sich auch nutzen lassen.

Die Zeichnungen sind – wie die dargestellten Wandbilder – eher «unordentlich», mit vielen Kritzeleien, Kopffüßler ebenso wie ungelenke Buchstaben, mit Klebestreifen an die Wand gepinnt oder gleich auf die Tapete oder Tür gemalt. Erwachsene kommen so gut wie nicht vor, und die Lieblingsstofftiere sind eher nebenbei anwesend.

Eindeutig wird das Loblied für «starke» Kinder gesprochen und gezeichnet, wobei die Grenze zum «Egoismus» sehr nah ist und die beiden «lieben» und «kompromissbereiten» Kinder nicht besonders gut wegkommen. Ein schönes Bilderbuch ist es dennoch.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en