Éric Battut:
Rotfischchen

Aus dem Französischen von Seraina Staub
Zürich: Orell Füssli 2013

www.ofv.ch

ISBN 978-3-280-03467-5
28 S * 19,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

Die Geschichte lehnt sich allerdings an Rotkäppchen an, ist aber zugleich eine vom «hässlichen Entlein», denn das kleine rote Fischlein, das der kleinen Großmutter einen Korb mit Krabben bringen soll, ist weder rot noch ein Fischlein. Der dunkle Typ jedoch geht durchaus als Wolf durch, auch wenn er ein Hai ist.

Rotkäppchen und Entlein

Wenn man genau schaut, dann sieht man am Grund des durchbrochenen starken Buchdeckels den jungen roten Fisch mit dem gelben Körbchen. Da könnte man aber schon aufmerksam sich mit seiner Form beschäftigen, denn die ähnelt weder einem Hering noch einer Forelle, keinem Rochen und keinem Hai. Der tritt ja auch als Wolfsersatz erst etwas später auf, wobei – zeitgleich – die adäquate Rolle der Sägefische im Rotkäppchen-Märchen nicht deutlich wird.

Das quadratische Buch zeigt wesentlich eine blaue (Unterwasser-) Fläche, auf die einige Bilder geklebt (oder auch gedruckt) sind: ein kleiner Fischschwarm aus schwarzen Fischen mit weißem Auge, der sich von rechts nach links bewegt, also immer in die Gegenrichtung der Geschichte, die sich in Richtung des Umblätterns entwickelt. Sie stagniert in zwei tiefschwarzen Bildern, in denen wir nur Weniges sehen und auch der Text uns kaum weiterhilft.

Dass die Geschichte anders, aber auch gut ausgeht, versteht sich fast von allein. Dass die Kinder sie nur würdigen können, wenn sie zuvor das Original kennenlernten, auch. Da wird es aber ein bisschen eng mit der zeitlichen Zuordnung der Bilder, die eher auf eine sehr junge «Leserschaft» zielen, und der Geschichte, die schon etwas erfahrene Leser erwartet. Negativ muss leider auch der recht hohe Preis erwähnt werden, denn der Durchbruch des Covers trägt nichts Neues zur Geschichte bei, treibt aber wohl den Preis in die Höhe.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en