Toni Steiner & Eve Tharlet
Jenny & Lorenzo

Bargteheide: Minedition 2013

www.minedition.com

ISBN 978-3-86566-176-0
28 S * 13,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

Früher war es offensichtlich möglich, auch als Kind die Welt zu erkunden, nach dem Schrecklichen zu suchen. Die lebenslustige Jenny jedenfalls mit ihren verrückten kleinen Ideen und ihrer Fröhlichkeit kann sogar Steine erweichen, oder wenigstens das Herz von Lorenzo. Die eine ist eine kleine Maus, der andere ein riesengroßer Kater mit leuchtend grünen Augen.

Fress-Freund

Eine süße Maus ist Jenny, und sie hat so verständnisvolle Eltern. Sie sind sehr stolz auf ihre neugierige Tochter, die so gern singt und lacht und Purzelbäume rückwärts schlägt. Ihrer Fröhlichkeit kann oder will sich niemand entziehen. Im Gegenteil: Man lässt sich gern anstecken! Alles könnte eitel Freude sein, gäbe es da nicht dies Gerücht von einem Kater, «bekannt als Mäuseschreck, und am liebsten war ihm Mäusespeck». Da läuft es einem ja als Mensch schon kalt über den Rücken, wie sehr dann erst der fröhlichen kleinen Maus, so sehr, dass sich ihr rotes Kleid bei dem Gedanken an das Ungeheuer blau färbt und ihr lustiger Ringelschwanz zu einem eckigen Zickzackmuster wird.

Toni Steiners Text ist zum Teil gereimt und spricht sich vorlesend sehr gut, verständlich und lustig: «Hoch über den Wolken, / irgendwo, / schon bald nach nirgendwo, / kommt man gleich nach Howodo.» Der Ort wird nicht weiter erklärt und auch nicht sein Name, muss auch nicht, denn es ist die Freude an der Sprache, die für eine kleine Geschichte genutzt wird.

Genauso zeichnet Eve Tharlet, versteckt das eine oder andere auch für die vorlesenden (Groß-) Eltern, eine rote (!) 8er Billardkugel, ein Notenschlüssel aus einem langen Mäuseschwänzchen, ein windschiefes Haus mit einem Balkon, auf dem auch Julia gestanden haben könnte, Puppenaugen aus einem Nähkreuz.

Besonders gelungen ist ihr aber Jenny, denn so müssen kleine neugierige Mäuse sein, die mit offenem Blick das Leben so machen, wie es sein soll!

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en