Matthias Sodtke & Steffen Butz:
Chaos im Kinderzimmer

Oldenburg: Lappan 2013

www.lappan.de

ISBN 978-3-8303-1205-5
28 S * 12,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

Das ewige Streitthema «Räum‘ dein Kinderzimmer auf!» erhält hier eine neue Nuance. Ole Brumm meint, dass man mit Spielsachen, die versteckt sind, ja nicht spielen kann. Papa Brumm meint, dass man in dieser Unordnung überhaupt nicht spielen kann. Wie man einen solchen Konflikt wirklich lösen kann ohne zu streiten und laute Worte, das zeigt diese schöne Geschichte.

Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen

Zuerst versucht es der kleine Ole Brumm mit seiner Fantasie. Nein, er hat die riesengroße Unordnung nicht verursacht, es waren seine «fünf wilden Affen». Und wie es in seinem Zimmer aussieht! Schere und Klebstoff und Schnipsel und auslaufende Seifenblasen und Dinosaurier aus Plastik und geöffnete Schubladen, aus denen Diverses herausquillt und Stifte und Bilderbuch und und und ... Jedenfalls reicht es Papa Brumm, er spricht mit Ole ein ernstes Wort, da ihn die Geschichte mit den Affen überhaupt nicht beeindruckte. Jetzt braucht Ole eine gute Idee, denn den ganzen Nachmittag mit Aufräumen zu verbringen scheint ihm nun gar nicht wünschenswert zu sein. Sein Blick schweift herum und fällt auf die Dinosaurier. Das ist es. Ole beginnt ein Gespräch über den Unsinn von Aufräumen. Wie sähe es denn wohl bei den echten Dinos aus, wenn die immer auf den Parkwegen hätten gehen (Rasen betreten verboten) und ein kleines Ur-Wesen die weggeworfenen Knochen in eine Mülltonne sammeln müssen! Papa Brumm kontert mit einer Geschichte über «unordentliche» Schrift und dem damit verbunden fehlenden Informationsgehalts. Dann wieder Ole ... und zum Schluss eine kleine Diskussion über das «halbe Leben».

Vater und Kind gehen dabei so lieb miteinander um und sprechen – sehr zu loben – auf gleicher Augenhöhe. Da wird nicht geschimpft, sich nicht mächtig vor dem Kind aufgebaut, nicht befohlen, beide sitzen sich gegenüber, argumentieren und hören einander zu. Da ist es folgerichtig, dass sie zum Schluss auch beide aufräumen.

 

Die Bilder geben den Ideen von Vater und Sohn Bär Gestalt. Beide sind ziemlich gemütlich und tragen Menschenkleidung, Papas Hose hat hinten ein kleines Löchlein, wo ein kleines Schwänzchen herausragt. Dazu trägt er ein kurzärmliges Hemd und darüber eine Weste mit Rautenmuster, vorn auf der Nasenspitze sitzt eine halbe Lesebrille, über die er seinen Sohn ernst und dennoch freundlich anschaut. Beide sind echte Identifikationsfiguren – sowohl im Text als auch im Bild. So möchten wir auch mit unseren Kindern umgehen, und die möchten bestimmt auch so mit ihren Eltern umgehen. Wie man in den Wald hinein ruft, ...

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en