Felipe Ugalde:
Der große Traum

Zürich: Aracari 2013

www.aracari.ch

ISBN 978-3-905945-29-4
32 S * 13,90 € * ab 03 J

 

 

 

 

Wenn man klein ist, kann man sich nicht nur Vieles vorstellen, man kann sich ALLES vorstellen. Realität? Rücksichtnahme? Bedenken? Pah! Hier haben wir ein kleines Krokodil, das soeben den Kopf aus seinem Ei steckt. Schon summt eine kleine Fliege unvorsichtigerweise in sein Maul. Jetzt ist das Krokodil auf den Geschmack gekommen, und der knurrende Magen macht ein Übriges. Uferlos! (Und witzig)

Wenn man klein ist ...

Der Hintergrund der Bilder wird zunächst durch zwei Farben gebildet, ein schwaches Rotbraun wird heller, geht über in ein helles Grün, das nach oben immer dunkler wird. Deutlich zu erkennen sind die groben Pinselstriche. So kann ein weißes Ei fast am rechten Rand der Doppelseite zum Mittelpunkt werden, denn aus der zerbrechenden Schale hat sich schon der gefräßige Kopf eines kleinen Krokodils herausgearbeitet. Das Maul mit den deutlichen weißen Zähnen ist schon geöffnet, und eine dumme Fliege landet nach einem Looping genau dort drin. Das ist ein Anfang.

Der setzt sich ähnlich fort. Die nächste Seite ist in Grün nach Blau hinterlegt, das Krokodil ist bereits im Wasser, der Rücken weist bereits einige Zacken auf, die stummligen Beine und der Körperschwung bringen es unter Wasser voran. Das Maul ist wie zuvor weit geöffnet, aber mit einer Fliege, Mücke oder Stichling ist das Tier längst nicht mehr zufrieden. Ein Fischschwarm, wir sehen 18 von ihnen, schwimmt ahnungslos hinein.

Die fast leere Fläche des ersten Bildes wird mehr und mehr von der immer größer werdenden Masse des Krokodils ausgefüllt, und als der Körper zu groß wird, muss gezoomt werden. Wir ahnen schon, wie es weitergeht, aber Felipe Ugalde fällt noch ein knalliger Schluss ein. Der wird hier selbstverständlich nicht verraten.

 

Wenige Anmerkungen:

Dass der Titel auf dem Cover aufgedampft und erhaben ist ebenso wie einige Sterne, erhöht die Qualität des Buches nicht noch mehr, macht es aber vielleicht teurer. Der inhaltliche Sinn des Bildes entspricht nicht dem der Geschichte, die dadurch auch nicht vorbereitet wird.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en