Helen Hancocks:
Pinguin in Gefahr

Aus dem Englischen von Rolf Inhauser
Mannheim: Sauerländer 2013

www.sauerlaender.de

ISBN 978-3-411-81282-0
32 S * 14,99 € * ab 03 J

 

 

 

 

Der Versuch der drei Katzen, einen Pinguin als Jagd-Sklaven aus dem Zoo zu entführen, damit er für sie im Meer Fische fängt, misslingt kläglich. Eine spitzbübische Geschichte mit frechen Bildern und eindeutiger Sympathielage der Autorin / Illustratorin.

Ausbeutung

Man merkt den Bildern und der Erzählung an, dass sie sie mit viel Freude erschuf, aber auch, auf welcher Seite ihre Sympathien sind. Die drei Katzen denken immer nur ans Fressen und wie sie andere dazu bringen können, genau dafür zu sorgen. Hier ist es die Idee, die ihnen nach dem Kinobesuch kommt, sich einen Pinguin zu besorgen. Dieser soll dann auf Fischjagd gehen und ihnen die Beute abliefern. Um die Entführung aus dem (Londoner) Zoo unerkannt durchzuführen, schneidern sie sich gestreifte Hemden – ein Vorgriff auf die Kleidung der Gefängnis-Insassen – und schwarze Augenmasken, wie man sie vielleicht von den «Panzerknackern» oder von «Zorro» kennt.

Freche Bilder sind das, die es kleinen Kindern einfach machen, die Katzen überall aus der Umgebung herauszufinden. Für uns werden damit die Drei auch als etwas dumm charakterisiert, meinen sie doch im Gegenteil, dass sie selbst schlau seien. Der kleine Pinguin dagegen, der nicht viel redet und nicht besonders raffiniert scheint, ist doch den Katzen immer ein bisschen voraus und findet zum Schluss mit Hilfe eines kleinen Vogels sogar. einen ungewöhnlichen Weg zurück in den Zoo. Da gibt es dann Fisch bis zum Abwinken, während die Entführer ihre gerechte Strafe erhalten.

Für die Erwachsenen gibt es noch eine ganze Reihe von kleinen Hinweisen und hintergründigem Humor. Das beginnt bereits auf dem ersten Bild mit den roten Katzen auf den komplementär grünen Stühlen mit den Versatzstücken des Katzenlebens – leere Milchflaschen, Wollknäuel, offene Fressdose, skelettierter Fisch – und stellt den schwarz-weißen Pinguin neben Nonnen in ihrer Tracht und neben britische Geschäftsmännern in schwarzen Anzügen, Bowler, Regenschirm und weißem Hemd.

So hat Kind wie Erwachsener etwas von der Geschichte, auch wenn die meisten Kinder wohl das Kätzchen viel sympathischer finden wird als es die Darstellung anbietet.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en