Helga Bansch:
Amelie und der Fisch

Wien: Jungbrunnen 2013

www.jungbrunnen.co.at

978-3-7026-5846-5

28 S * geb * 12,90 € * ab 3 J

 

 

 

 

Was man behalten will, muss man loslassen. Das ist die Botschaft dieser Geschichte, die von einem kleinen Mädchen und einem Fisch erzählt. Amelie liebt den Fisch so sehr, dass sie ihn fängt und in einem Glas halten will. Aber der Fisch verschmäht ihr Futter und lässt die Flossen hängen.

Klammern

Amelies Eltern dösen im Liegestuhl am Strand, Amelie sitzt auf dem Sand und hält die Füße ins Wasser. Plötzlich knabbert ein Fisch an ihrem Zeh, und das ist der Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft. Amelie tobt mit ihm, spielt Verstecken und Fangen und Springen. Ihren Schwimmreifen braucht sie fast nicht mehr, vor allem nicht, wenn sie mit dem Fisch taucht. Am Abend aber schwimmt der Fisch fort ins offene Meer, kehrt jedoch am Morgen zurück zu Amelie. Das geht so lange gut, bis Amelie auf die Idee kommt, den Fisch ‚besitzen‘ zu wollen. 

Die Autorin, die auch die Bilder zur Geschichte gezeichnet hat, gibt Amelie eine kleine Ente mit, die die Gefühlswelt des Mädchens spiegelt und deutlich(er) macht. Sie verwendet verschiedene Maltechniken, wobei man oft den Bleistiftstrich sehen kann, sodass einige Bilder wie ‚vorgezeichnet‘ aussehen. Für den Hintergrund oder die See werden auch Papiere benutzt, sogar mit Schrift bedrucktes oder alte Landkarten. Für das Wasser wird Seidenpapier benutzt oder Farbe mit einer Rolle aufgedruckt. 

Die Eltern bilden einen Rahmen, sie sind nur auf dem ersten und dem letzten Bild zu sehen. Zunächst sitzen beide im Liegestuhl, der Vater ist eingenickt, die Zeitung liegt auf seinem Bauch, die Mutter liest, schaut jedoch kurz hoch, um zu sehen, was ihre Tochter macht. Auf dem letzten Bild verlassen alle den Strand, die Rolle der Eltern ist wie zu Beginn. Der Vater geht schon, trägt die Liegestühle, die Mutter trägt die Tasche und das Sandspielzeug und schaut, wie sich Amelie vom Fisch verabschiedet.

 

Die Situation können auch kleine Kinder ab drei Jahren schon einschätzen und übertragen, wenn sie selbst Schnecken oder Käfer sammeln und einsperren wollen. Das Buch trägt ganz sicher dazu bei, den Tieren ihre Freiheit zu lassen oder wieder zu geben.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en