Brad Honeycutt:
Optische Illusionen

Aus dem Englischen von Andreas Hoffmann
München: arsEdition 2013

www.arsedition.de

ISBN 978-3-8458-0042-4
128 S * 12,99 € * ab 05 J

 

 

 

 

 

Wir halten etwas für real, ja sogar für wahr, nur weil wir es sehen. Das kann ja nicht falsch sein! Aber spätestens seitdem wir einen Raum auf die Fläche bannen können, wissen wir, dass die Perspektive uns anlügt. In die gezeichnete Flasche kann man aber doch gar keine Milch gießen! Das Buch geht noch viel weiter, wie der Titel es schon verrät, es spielt mit uns – und wir lassen das gern zu.

Ich hab’s mit meinen eigenen Augen gesehen!

Illusion kommt aus dem Lateinischen (ludere = spielen), verbunden mit dem «in» für Innen; also: in + ludere = illudere, Illusion. Begeistert von diesem Spiel zeigt uns der Autor ausgesprochen Erstaunliches (siehe auch seine Webseite http://www.anopticalillusion.com), das er in verschiedene Kategorien einteilt: mehrdeutige Bilder / unmögliche Figuren, Kompositionsbilder / Größentäuschungen / Umkehrbilder usw., selbst sich bewegende Bildteile sind dabei. Für jedes Bild benutzt er eine eigene Seite mit einer kurzen Überschrift, für viele gibt er Sehanweisungen und bei 61 Beispielen sogar einen Hinweis auf den Anhang, in dem entweder eine Zusatzinformation gegeben oder eine «Lösung» angeboten wird.

Die meisten Bilder sind graphischer Natur, weil man dort am ehesten perspektivisch «lügen», Entschuldigung: «spielen» kann, aber auch bei Fotos, denen viele Menschen eher Objektivität zusprechen, sieht man, dass es oft auf den Standpunkt ankommt, um einen Eindruck zu hinterlassen, dass das Foto selbst gar keine Tiefe hat, Dinge also wohl auch aufeinander liegen müssen, wenn wir die bekannten Zentralperspektivlinien nicht erkennen. So können wir, auf einem kleinen Hügel liegend, scheinbar den Mond mit unseren Füßen abstützen oder eine schwere ägyptische Pyramide an Daumen und Zeigefinger an der Spitze hochheben.

 

Das Buch liefert einen sehr guten Überblick über die vielen Aspekte der «Optischen Illusionen», die genannte Webseite verweist auf weitere (zum Beispiel Zaubertricks oder Schattenbilder, die sich bereits sehr weit von denen durch die bekannten Händebilder entfernt haben). Für Kinder ab 4 Jahre sind die Beispiele sehr gut geeignet und für alle folgenden Jahrgänge sowieso, aber auch in der philosophischen Frage von Wirklichkeit und Wahrheit haben sie einiges zu sagen.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en