Bárđur Oskarsson:
Das platte Kaninchen

Aus dem Dänischen vom Verlag
Berlin: Jacoby & Stuart 2013

www.jacobystuart.de

ISBN 978-3-941087-17-0
36 S * 11,95 € * ab 03 J

 

 

 

 

Darf’s ein bisschen schwarzer Humor sein, einer, der seine Protagonisten nicht bloß stellt? Dann ist dies das richtige Buch. Ein Kaninchen ist überfahren worden, wir wissen sonst nichts von ihm. Dafür lernen wir den Hund und die Ratte kennen, die für ein – mmh – pietätvolles – mmh – Begräbnis sorgen.

Luftbegräbnis

Mit minimalem Strich gelingt es Bárđur Oskarsson, die Situation aufzubauen, die Vorgeschichte zu erzählen, die Gedanken vom Hund und von der Ratte sichtbar zu machen und der Seele des toten Kaninchens den Flug in das große Nichts zu ermöglichen.
Auf dem Titelbild scheint schon alles erzählt zu sein. Während der Hund zu Beginn immerhin in Erwägung zieht, dass das Kaninchen vom Dach oder einem hoch gelegenen Fenster auf die Straße gestürzt zu sein, wissen wir vom Titelbild her, dass sich an der Straße eine Bushaltestelle befindet. Ratte und Hund stehen auf dem Bürgersteig, vor ihnen liegt – sehr, sehr platt und mit einer einzigen Linie gezeichnet – das besagte Kaninchen auf der Straße. Fast wie gezeichnet liegt es da (ja, es  i s t  gezeichnet), ist aber wohl mausetot. Die beiden denken nach und entscheiden sich für ein Luftbegräbnis.

Eine herrliche Idee, die wie alles scheinbar Einfache, ziemlich wahrscheinlich die Folge einer Reihe von Reduzierungen des Autors und Illustrators ist, der übrigens von den Färöer Inseln stammt. Falls diese Art von Humor dort beheimatet ist, sollten wir die Inseln unbedingt einmal besuchen.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en