Alex Cousseau & Philippe-Henri Turin:
Der kleine Drache Theodor

Aus dem Französischen von Ingrid Ickler
München: Knesebeck 2011

www.knesebeck-verlag.de

ISBN 978-3-86873-378-5
48 S * 19,95 € * ab 04 J

 

 

 

 

Ein kleiner Drache in einem großen Buch: Wir sehen die Geburt aus dem Ei und die Entfaltung der viel zu großen gelben Flügel. Ach, und schaut euch doch nur diese riesigen Füße dieses kleinen Körpers an! Theodor ist der Spott der anderen Drachen in der Schule. Und anstatt zu fliegen und Feuer zu speien, stapft er durch den Schnee und schreibt Gedichte.

Selbst Drachen waren mal klein

Sehr ungewöhnlich in der heutigen Zeit, setzt die Übersetzerin die Gedichte des kleinen Drachen Theodor im «klassischen» Daktylus (das ist, wenn man ihn in der Musik suchte, der drei Viertel Takt). Die Geschichte ist schon vor langer Zeit passiert, als es noch Drachen gab, oben in den Gebirgen, wo die Nester aus Steinen und Geröll gebaut werden. Während sie nicht sehr neu und auch nicht sehr aufregend ist, sind es die Bilder umso mehr.
In dem Format des Buches gehen die beiden Autoren und Illustratoren in die Nähe der großen Tiere. Obwohl die Seiten so groß sind, reichen sie nicht aus, um die ganze Szene zu fassen, immer ist irgendetwas jenseits des Randes. Das ist sehr geschickt, denn es verstärkt unseren Eindruck, den wir von den enormen Fantasietieren sowieso schon hatten: RIESIG, GEFÄHRLICH! Alle anderen Drachen sind es bestimmt wirklich, aber nicht Theodor. Der ist lieber ein freundlicher Drache, tapsig und unbeholfen, weckt unsere Beschützer-Instinkte. Da fühlen sich die Kinder um 3 oder 4 Jahren gleich ganz viel älter und können auch die Vorsatz-Seiten anschauen, auf der ein Getümmel von unentwirrbaren Drachen in den tollsten glänzenden Farben abgebildet sind. Ein Kopf sieht gefährlicher aus als der andere. Spitze Zähne in geöffneten Mäulern, geringelte Schwänze, Hörner, Hornschuppen und Klauen. Einzig die aufgefalteten rotgelben Flügel von Theodor bilden eine größere zusammenhängende Fläche.

Das große Format des Buches macht den Clou der Geschichte noch deutlicher, denn es dreht sich – auch – um eine ganz kleine Fliege, die die ganze Zeit von uns unbemerkt schon mitspielte. Es gibt bestimmt eine Fortsetzung, denn dass die Kinder diesen Kleinen lieb gewinnen werden, ist gewiss.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en