Nadia Budde:
Und außerdem sind Borsten schön

Wuppertal: Peter Hammer 2013

www.peter-hammer-verlag.de

ISBN 978-3-7795-0433-7
32 S * 14,90 € * ab 03 J

 

 

 

 

Nadia Budde findet Bekannte und Familienmitglieder, die mit ihrem Erscheinungsbild nicht zufrieden sind. Sie zeichnet sie sehr «burschikos», wie es eben ihre Art ist, und sie reimt sehr witzig dazu: «Meinem Kater Manuel ist das Fell am Kopf zu hell» und andere Köstlichkeiten. Ein echter Apell, mit seinem Aussehen vielleicht kritisch, aber nicht ablehnend umzugehen.

Ach, wären meine Finger doch länger

Tucholsky meinte, er sei stolz darauf, Jude zu sein. Er wäre es sowieso, da sei er doch besser gleich stolz darauf. Das ist souverän. Bei uns ist es wahrscheinlich eher wie im Buch: Hast du Locken, willst du glattes Haar. Hast du Röllchen an den Hüften, wünschst du dir eine schmale Taille. Hast du kurze Beine ... und noch ganz lange weiter so. Nadia Budde (er)findet viele Personen, die lieber anders aussehen würden, als sie aussehen. Wenigstens an den wichtigen Stellen, die allerdings bei allen woanders sind.
Nein, das ist kein philosophisches Bilderbuch, es ist ein witziges. Wir selbst schauen in einen Spiegel – ob wir klein sind oder erwachsen. Und die Autorin reimt auf das Vortrefflichste und sie zeichnet und kritzelt als Illustratorin, dass es eine wahre Pracht ist. Niemand sieht so aus, wie wir gern aussehen möchten – und schon haben wir uns wieder ertappt: Es kommt ganz offensichtlich nicht darauf an, wie du ausschaust, welche Macken du an dir findest (freundlicherweise beschränkt sich Budde in dieser Hinsicht auf die Meinung der einzelnen Personen auf sich selbst und kritisiert nicht etwa andere), es ist doch offensichtlich, dass es andere Kriterien gibt, die dich liebenswert machen. Für dich selbst. Für andere aber auch. Wir müssen es ja nicht ganz wörtlich nehmen, was Onkel Parzival zum Schluss sagt, denn ein wenig Selbstdisziplin ist sicher nicht das Schlimmste.

 

Ein herrliches Buch mit einer Botschaft, die wir alle schon vorher wussten. Aber sie bestärkt uns, mit unseren Fehlern zu leben. Zumindest gut mit ihnen zu leben, sehr gut wäre schon übertrieben.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en