Helga Bansch:
In der Nacht ...

Wien: Wiener Dom 2013

www.domverlag.at

ISBN 978-3-85351-246-3
2x20 S * 14,90 € * ab 03 J

 

 

 

 

Aus jedem Bild blitzt spitzbübischer Humor hervor. Helga Bansch bebildert liebevoll ihre eigene Aufzählung und – nachdem wir in der Mitte angekommen sind, das Buch gedreht und von hinten neu begonnen haben – persifliert sie auch gleich noch. Toll gemacht!

Es ist alles GANZ anders, aber nur manchmal

So kann man mit seinem eigenen Werk umgehen, wenn man die notwendige Souveränität, erworben durch viele erfolgreiche Bücher, mitbringt. Das recht kleine, fast quadratische Buch zeigt in neun Szenen auf, was acht Tiere und Manu in der Nacht so treiben: Schlafen natürlich! Aber ein jeder macht das anders, der Elefant liegt im hohen Gras, der Hase im Erdloch auf «seinem kuscheligen Polster aus Heu», Manu «friedlich» in seinem Bett. Auf den Seiten in der Mitte dann ein blass-brauner Vollmond und eine Mondfinsternis. Dann müssen wir zuklappen, drehen und sehen gleich ein neues Titelbild, das nur auf den ersten Blick so ausschaut wie das erste, ja, auch der Titel hat einen Zusatz erhalten: «aber manchmal» ... – und damit beginnt die Fantasie-Reise.

Für einige Flächen benutzt die Illustratorin besonderes Papier: Packpapier, altes Papier mit Stockflecken, Landkarten, Logarithmustafeln, Zeitungspapier. Sie gibt ihnen Formen oder reißt sie als Hintergrund, färbt darüber mit Tusche oder farbigem Filzstift. Die Tiere selbst sind gezeichnet, gefärbt und wohl anschließend ausgeschnitten und auf den Hintergrund geklebt. Für den sehr kurzen Text bleibt auf der Doppelseite etwa eine ungestaltete halbe, auf die sie aber außerdem noch kleine witzige Situationen einfügt: Ein Igel liegt auf der gebogenen Möhre wie in einer Hängematte, die drei kleinen Gänseküken stehlen dem schlafenden Hund seinen Fressnapf, das kleine Mäuschen kuschelt sich schlafend an einen Ball, der fast so groß ist wie es selbst.

Ganz toll, wie Helga Bansch uns auf den 2 mal 20 Seiten ohne viele Einzelheiten so viele Kleinigkeiten entdecken lässt.

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en