Sophie Schmid:
Opa und Paul hecken was aus

St Pölten: Nilpferd in Residenz 2013

www.residenzverlag.at

ISBN 978-3-7017-2110-8
44 S * 14,90 € * ab 04 J

 

 

 

 

Drei Männer, eine Wohnung. Dass eine Frau fehlt, ist schon auf dem ersten Bild klar. Also planen Paul und sein Opa, Onkel Kurt zu verkuppeln. Das scheint nicht besonders schwierig zu sein, denn die Frauen, die die beiden finden, sind sehr bereit, am Nachmittag zum Kaffee zu kommen. Der Teufel steckt, wie oft, im Detail.

Dreimännerwirtschaft

Die drei Männer (wir zählen den kleinen Paul mal einfach als Mann) tragen die gleiche Frisur. Topf verkehrt herum auf den Kopf, alles Überstehende abschneiden. Gut, dass die Ohren der drei ziemlich tief sitzen. Das zweite besondere Merkmal sind die klobigen Füße und Hände, die am Ende der dünnen Extremitäten ziemlich unpassend wirken. Die drei Frauen, die Opa und Paul nach und nach einladen, erweisen sich alle als Personen mit Fehlern – um nicht «Macken» zu sagen. Die eine isst den mitgebrachten Kuchen selbst auf, die zweite hat einen Putzfimmel, die dritte bringt ihren großen, unerzogenen Hund mit und die vierte gar ihre anstrengende und bestimmende Tochter mit. Am Ende des Tages fragt Paul seinen Opa ziemlich ängstlich: «Ich muss nicht heiraten, oder?» Und am Ende kommt alles ungeplant von selbst.

 

Das Buch kann als Bilderbuch, aber auch als Erstlesertext (Ende 1. / Anfang 2. Klasse) angesehen werden. Das Format und der Aufbau sprechen mit den vielen eher kleinen Bildern und dem kurzen Text, der doppelzeilig gesetzt ist, eher für den Selbstleser, aber es kann auch ebenso vorgelesen werden – vorrangig von Opa seinem Enkelsohn, denn die Frauen kommen nicht besonders gut weg in der Geschichte. Auch das Mädchen nicht.

Die Bilder gleichen eher Karikaturen, die Personen sind eher witzig – ob sie nun mit ganz breitem Mund lachen (Typ Ernie) oder mit den Lippen eher ungewiss ein kleines O bilden, mit großen Augen und kleinen Pupillenpunkten auf eine Seite schauen, schielen.

Identifikationsfigur ist jedenfalls keiner der Menschen, auch wenn einige einem im Lauf der Geschichte sympathisch(er) werden.

 

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en