Christina Björk & Eva Eriksson:
Sieben Prinzessinnen und jede Menge Drachen

Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer
Hamburg: Oetinger 2013

www.oetinger.de

ISBN 978-3-7891-7778-1
36 S * 12,95 € * ab 04 J

 

 

 

 

Jede Menge Drachen (männlich) und viele junge Mädchen (also weiblich, Prinzessinnen), die nicht nur wissen, was sie wollen, sondern das auch noch durchsetzen, irgendwie, manchmal mit dem Kopf durch die Wand, aber immer sympathisch. Ein schwieriges Thema für einen männlichen Betrachter? Nein, Beifall von allen Seiten für Idee, Text und Bilder.

Auch Drachen fürchten sich – vor Prinzessinnen

Das ist eine schöne Idee für ein Bilderbuch. Christina Björk weiß (wie wir alle), dass es Drachen sind, die die schöne Prinzessin entführt, um Lösegeld zu erhalten oder sonst etwas zu fordern. Mehr als einmal vertauschen sie die Rollen, kleine Prinzessin und kleiner oder großer Drache.
Wir haben sieben Geschichten, für jeden Wochentag eine. Prinzessin Mondenschein und Drache Mitternachts-Michi sind am Montag dran, die Freche Freesia am Freitag. Die Mädchen sind alle ihrem Luxusleben überdrüssig, wollen viel lieber Abenteuer erleben oder ihren kleinen Bruder retten, haben Angst vor Eichhörnchen aber nicht vor Drachen, kümmern sich nicht um Verbote der Eltern oder wollen Feuerspeien erlernen.
Ebenso entsprechen die Drachen, meistens sind es Drachenkinder, nicht unseren Erwartungen. Der eine will sich gern als Prinzessin verkleiden, die anderen gern mit Puppenstuben spielen oder Roller fahren oder Erdbeersekt trinken.

 

Wie die Texte, so die Bilder. Die kleinen Mädchen haben kleine Knollennasen, furchen wild entschlossen die Augenbrauen oder reißen neugierig die Augen weit auf. Alle tragen sie kleine goldene Prinzessinnenkronen und sind wirklich noch sehr, sehr jung, Sandglöckchen kann noch nicht einmal lesen, was sie auf der Tastatur eintippt.

Jede Geschichte beginnt mit einem Bild des Mädchens in der Art, wie es in Ahnengalerien von Schlössern zu finden ist, die anderen Bilder nehmen entweder eine ganze Seite ein oder gliedern sich in den Text. Dieser hat genau die richtige Länge, um als Einschlafgeschichte zu dienen («... und träum‘ ‘was Schönes!»), und zum Schluss gibt es noch eine kleine Zugabe.

 

Damit auch die erwachsenen Vorleser sich auf anderer Ebene ein bisschen können, haben Christina Björk und Eva Eriksson einige absurde Kleinigkeiten eingebaut: Durch die offene Tür sehen wir einen König, wie er mit drei Kugeln – es sind drei Reichsäpfel (!) – jonglieren lernt, in zwei Geschichten gibt es kleine Spielzeugdrachen mit roten Bodenstaubsaugern, ein Drachen im Eichhörnchenkostüm muss seinen Bauch einziehen, Drachen haben einen Korkenzieher-Zahn, einer der Drachen hat Ohren in Form von Flügeln sowie ein Horn, das an den Pickel eines Helms der Kaiserzeit erinnert. Herrlich!

 

Auf der Auswahlliste zum LesePeter Bilderbuch.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en