James Flora:
Die Kuh, die mal niesen musste

Aus dem Englischen von Saskia Heintz
München: Hanser 2013

www.hanser-literaturverlage.de

ISBN 978-3-446-24158-9
48 S * 14,90 € * ab 03 J

 

 

 

 

Das herrliche «alte» Buch hat die deutlich mehr als 50 Jahre seit seiner Erstverlegung sehr gut überstanden. Die nostalgischen Bilder werden erstaunlich schnell akzeptiert und der Geschichte einer Kettenreaktion merkt man an, wie viel Spaß James Flora bei der Erfindung hatte. Ein kleiner Gag am Rande: Saskia Heintz als Übersetzerin gibt der Kuh einen Namen. Sie heißt wie der Autor (im amerikanischen Original «Floss» = Seidenfaser).

Kettenreaktion

 

Der Ausgangspunkt der Geschichte ist der kleine Fletscher. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Kuh Flora zum Bach zu führen und sie dort trinken zu lassen. Als der Junge jedoch ein Kaninchen zu fangen versucht, säuft die Kuh erheblich zu lange und zu viel. Zudem verkühlt sich Flora, schlottert und zittert und hat sich bestimmt erkältet. Die Nase ist schon ganz rot. Und dann passiert das, was im Titel steht. Die Kuh muss niesen. Die ganze Verkettung der folgenden Ereignisse kann hier selbstverständlich nicht aufgeführt werden, aber in die Reihe sind eingebunden: eine Maus, eine Katze, ein Ziegenbock, ein Schwein, ein Postbote, ein Polizei-Motorrad ... Ein wilder Ritt auf einer Dampfwalze und immer neue Wendungen folgen. Das mögen nicht nur Kinder, das macht auch den vorlesenden Erwachsenen Spaß.

 

Die Bilder bestehen aus Einzelteilen, die offensichtlich gezeichnet, ausgeschnitten und aufgeklebt worden sind. Dabei wird auf Perspektive ebenso wenig Wert gelegt wie auf rechte Winkel oder Größenverhältnisse. Vorherrschende Farbgebung ist der Komplementärkontrast Rot-Grün, wobei beide Farben nicht grell, sondern gedeckt sind, wie man sie auf rauem Karton oft findet.

 

Fazit: Gut, dass der Hanser-Verlag dies Buch von 1957 wieder entdeckte und eine schöne deutsche Fassung daraus machte.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en