Oscar Brenifier & Jacques Després:
Was, wenn es sich anfühlt wie Liebe?

Aus dem Französischen von Anja Kootz & Tobias Scheffel
Stuttgart: Gabriel bei Thienemann 2013

www.gabriel-verlag.de

ISBN 978-3-522-30336-1
32 S * 12,95 € * ab 07 J

 

 

 

 

Die Frage dreht sich diesmal um den Antrieb des Menschen, mit anderen «freundlich» umzugehen, die Liebe. Der Philosoph und Autor Oscar Brenifier stellt wieder zwei sich ausschließende Meinungen gegenüber und nimmt selbst nicht Stellung, entscheidet nicht, was richtig und was falsch ist. Die Bilder zeigen wieder diese extrem künstlichen Menschen, deren Kopf alten Fernsehgeräten ähneln, an oben die Haarsträhnen geklebt wurden.

Und was liebst du? Oder liebst du gar nicht?

Eine gute Idee, die «Menschen» deutlich als Typus darzustellen und nicht als Individuen. Die «Mattscheibe» des Fernsehgerät-Kopfes wird durch schwarze Linien zum Gesicht: zwei gebogene Linien, zwei dicke schwarze Punkte, eine Linie für den Mund. Nase und Ohren sind zwei kleine Knubbel an der Scheibe bzw. am Gehäuse, das von einem Körper getragen wird, der kaum größer ist als der Kopf. Die Beine sind kurz und schmal, die Arme extrem dünn. Diese Wesen werden in Räume gestellt, die einen schwachen Horizont zeigen und mit wenigen Accessoires bestückt sind. Oft ist es eine Couch oder ein Sessel, dazu wenige Gegenstände, die ein bisschen Humor in den Text mit hineinbringen.

 

Da ist der Text eher sehr nüchtern. Er stellt je zwei Aussagen gegenüber. Auf der linken Seite beginnt er mit «Manche mögen / lieben / denken ...» und er antwortet auf der rechten mit «Andere glauben / finden / lieben / können ...». Inhaltlich verbindet der Autor das Lieben bzw. die Vorlieben der Menschen mit Tieren, Leidenschaften, Schönheit, Konstanz, Rücksichtnahme usw.

 

Das ist selbstverständlich kein Buch für schnelles (Vor-) Lesen, da kann man sich für einen Tag das Buch auf den Tisch legen und immer mal wieder nachschauen und am besten zu beginnen, sich selbst auf der einen oder anderen Seite zu sehen – oder gar eine eigene im eigenen Kopf zu bilden. Suche nach der Wahrheit, die für uns selbst gilt, vielleicht auch für andere.

 

 

 

 

 

 

Ulrich H. Baselau für den "Wittmunder BilderBuchBär"en